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Fast vergessen: Es gibt eine
neue Super Duke R
Beinahe wäre es in der Flut an
KTM Neuheiten für die Saison 2008 untergegangen. Auch die Super Duke R
wurde erneuert und geht entscheidend verbessert in die Saison 2008. Bei
KTM war man der Meinung, dass ein R am Tank auch für mehr PS im Motor stehen
sollte. Die Motorenentwicklung rotierte und hauchte dem V2 Aggregat 12
zusätzliche PS ein. Die wichtigsten Änderungen am Motor betrafen
natürlich den Zylinderkopf. Die Einlassventile sind größer und aus
Titan, somit trotzen sie dem um 900 U/min auf 10.500 U/min gestiegenen
Drehzahllimit. Die Vergrößerung der Einlassventile zieht natürlich einen
langen Rattenschwanz an nötigen Änderungen am restlichen Zylinderkopf
mit sich.
Zu guter Letzt soll dann natürlich die zusätzliche Leistung
nicht für Klimaerwärmung im Kopf des Motors sorgen. Rund um den
Auslassbereich wurde die Kühlung neu gestaltet. Durch die optimierte
Kühlung entfällt nun auch das lästige und teure Ventilspieleinstellen
beim 1000er Service. Insgesamt wurde die Super Duke stärker bei
niedrigerem Wartungsaufwand. Unser Dank gebührt dem Fortschritt der
Technik und den Überstunden der Motorentechniker.
Außen nix neues
Rein äußerlich kann man mit der
08er Super Duke nicht mehr Aufmerksamkeit erregen als es den Kollegen
mit der 07er Version gelingt. Denn sowohl Fahrwerk als auch Plastics
blieben im Layout der 07er Version. Einzig die Reifen Pirelli Diablo
Corsa III werten die Super Duke auch außen sichtbar noch weiter auf.
Denn der gutmütige Pirelli Pneu macht das gnadenlose Fahrwerk bei
Abstimmungsproblemen etwas milder.
KTM ruft zum
Journalistenrennen
Die Journalisten scharrten schon
an den Sessellehnen um endlich den Salzburgring mit der Super Duke zu
erobern. Doch vorher noch die obligatorische Moralpredigt von KTM
Pressechef Thomas Kuttruf. KTM riskiert ganz schwer und präsentiert die
Super Duke R diesmal im Rahmen eines Journalistenrennens. Natürlich
entsandten die Redaktionen rund um den Globus ihre besten Fahrer wenn es
um die Ehre der Gazetten geht. Und natürlich ist der Salzburgring mit
seinem mörderischen Streckenlayout nicht gerade ein Spielplatz für
Anfänger.
Ellbogenduelle am schnellen
Salzburgring
Der erste Turn zeigte, dass es
sowohl KTM mit der Super Duke, als auch die Journalisten sehr ernst
meinen. KTM Testpilot und Ex-IDM Meister Stefan Nebel: "Nach dem Ende
der Aufwärmrunden gab mir der Japaner in der Nocksteinkurve den
Ellbogen. Irre Truppe!" Ein ganzes Rudel Super Dukes orgelte mit Tempo
250 am Tacho in Richtung Fahrerlagerkurve. Runde um Runde, Stunde um
Stunde ging das Schauspiel so weiter. Alle 20 Minuten gab es einen Fahrerwechsel mit Pause für die eine Gruppe und Vollgas für die andere
Gruppe. Für die Super Duke gab es erst am Abend wieder Pause als die
letzten Piloten müde vom Einsitzer kippten.
Harte Prüfung - beeindruckend
bestanden
Die Vorstellung der Super Duke
hier am Salzburgring kann einfach nur als gewaltig bezeichnet werden.
Der neue Motor gibt dem Naked Bike richtig viel Power und die schwarze
Maschine feuert böse den langen gewundenen Streckenabschnitt empor. Mit
anderen Naked Bikes kann man hier die Zeitung am Tank ausbreiten, ist
diese Strecke doch eigentlich das Revier von 180 PS Motorrädern. Der
Motor begeisterte uns alle und niemand hatte Wunsch nach mehr Leistung
sondern nur Wunsch nach einer stärkeren Nackenmuskulatur.
Auch beim Thema Fahrwerk kennt
der Salzburgring einfach keine Gnade. Die Gegengerade ist eigentlich
eine Kombination aus langen Kurven und wird mit Vollgas genommen. In
diesem Streckenabschnitt nach würdigen Gegnern im Naked Bike Segment zu
suchen kann man vergessen. Mit billigeren Motorrädern wackelt man hier
beängstigend den Berg empor, doch die KTM bleibt einfach nur stabil. Nur
der Fahrtwind bringt einen Hauch von Unruhe in den Sattel. Denn wer sich
nicht anständig an den Tank schmiegt muss hart am Lenker krallen um die
nackten 250 km/h zu überleben. Doch auch in diesem Fall ist man weit
davon entfernt den Gasgriff vor Furcht zuzudrehen. Danach schaltet man
einmal zurück (ich gestehe) und beginnt die gefürchtete Fahrerlagerkurve
ebenfalls mit halb geöffnetem Gas und beendetet sie mit Vollgas in Richtung
einer überhöhten Kurve. Solche Kurven erlauben zwar sehr hohe
Kurvengeschwindigkeiten drücken das Motorrad aber bestialisch in die
Federn. Kein Problem für das Fahrwerk der Super Duke R.
Das Fahrwerk ist nix für
Anfänger
Kein Vorteil ohne Nachteil! Das
Fahrwerk der Super Duke R ist ein sehr hochwertiges, straffes Fahrwerk
das jeden Rennstreckeneinsatz mit Bravour meistert. Die
Einstellmöglichkeiten an den Federelementen sind sehr vielfältig (Zug,
Druck, Feder vorne und Druckhighspeed, Drucklowspeed, Zug und Feder
hinten). Kombiniert mit der hyperagilen Geometrie ist der Grat auf dem
ein Möchtegernfahrwerksprofi wandert, ein sehr schmaler. Die WP
Federelemente sprechen schon auf wenige Clicks an und unbedarfte
Schrauber verwandeln das Traumbike in einen fahrenden Albtraum. Um
schlimme Situationen zu verhindern, montiert KTM zum Glück schon
serienmäßig einen hochwertigen Lenkungsdämpfer. Doch schlauerweise
hat KTM einen Schummelzettel mit Setupempfehlungen unter der Sitzbank
montiert. Wo Sport drauf steht ist übrigens auch Sport drinnen - für die
Strasse würde ich davon die Finger lassen.
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