Auvergne & Dordogne 2

Zweiter Teil der großen Reisestory nach Frankreich.
crosstourer
 

Mit dem Honda Crosstourer durch die Auvergne und Dordogne

Teil 2

   

Salers - Die Stadt aus Vulkanstein
Nach stilgerechter Übernachtung in Salers, kulinarisch gestärkt für einen ausgiebigen Stadtbummel, bewegen wir uns nun zurück in die Renaissancezeit. Die Gebäude der Stadt selbst sind überwiegend aus dem schwarzen Vulkangestein der Region gebaut worden und geben Salers einen ganz eigenen Charakter.

Begibt man sich durch das alte Stadttor der ‚Porte du Beffroi’ so erkennt man gleich, dass die Kunst in diesem Städtchen nicht im Architektonischen stecken geblieben ist. Kunst steht hier auch für das Kulinarische, die feine Handarbeit, die zeigt wie leichtfüßig man unterwegs sein kann, aber auch in der Verarbeitung von Büffel-Horn. Wir finden hier einen der letzten Künstler, der sein Grundmaterial noch selbst vorbereitet, d.h. das Horn noch selbst schneidet und plättet, und jedes seiner Stücke von Anfang an komplett selbst bearbeitet.

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Bildergalerie: Auvergne und Dordogne

Das Fahren soll auch heute nicht zu kurz kommen
Also auf der Route des Fromages (D22) bis Anglars und über die D122 nach Mauriac. Von Mauriac aus folgen wir der D678 und D682 und erreichen direkt nach dem Tunnel die Dordogne. Die Hängebrücke ‚Pont de Chambon’ ist nur eine von vielen, die die Dordogne überragen.

Eine Weile begleitet uns die Dordogne bis wir uns in Richtung Vent-Haut ins westliche Hinterland schlagen um ein paar ‚kleinere’ Straßen zu fahren. Hier war wirklich Cruisen angesagt: Le Braud, Rouffiange, St. Pantaléon, D89 bis Lapleau, D16 bis Bge de l’Aigle.


Vom Staudamm ‚Barrage de l’Aigle’ hat man einen wunderbaren Blick in das Dordogne-Tal. Weiter geht’s über die D105 nach La Ferrière, D978 durch Laval bis St. Merd-de-Lapleau. Hier wechseln auf die D13 bis St. Privat und dann über die D980 bis Argentat.


Eine Fahrt durchs französische Hinterland
In Argentat befinden sich am Flussufer der Dordogne zahlreiche hübsche Fischerhäuser, die heute teilweise zu Cafés und Restaurants umgebaut worden sind. Auch wenn das Parken vor den Häusern nicht wirklich erlaubt war, es beschwert sich niemand. Ganz im Gegenteil: es fangen gleich die Gespräche über die Nummerntafeln an.

Im weiteren Verlauf folgen wir natürlich der Dordogne (D12) bis Beaulieu. Bei einer Außentemperatur von 35 Grad C nachmittags um 17 Uhr freuen wir uns langsam aber sicher auf eine erfrischende Dusche. Das für einige Nächte vorgebuchte ‚Chambre d’hote’ ist in der Nähe von Sarlat. Von Beaulieu geht’s über die D940 nach Bretenoux, dann über die D803 nach Souillac. Die D804/D703 führt uns bis kurz vor Sarlat und dann ging’s nur noch mit Hilfe des Navis unter Eingabe der Koordinaten durchs Hinterland bis zum Chambre d’hote bei St. Nathalène.

Am nächsten Morgen geht’s zu dem mittelalterlichen Ort Domme. Wir fahren über Carlux nach Rouffillac, über die D703 Richtung Sarlat und über Aillac bis Domme. Und wieder begleitet uns die Dordogne. Hier zeigt es sich, dass es auch auf Flüssen eine bestimmte Art von ‚Staus’ geben kann: Kanu fahren solange der Vorrat reicht. Wer um halb 10 noch eins entleihen möchte, wird kaum Glück haben. Auch hier ist Voranmeldung angesagt.


Relikte der Tempelritter
Die Siedlung Domme, 150 m hoch über der Dordogne, ist als Bastide angelegt worden, zum Schutz gegen die Engländer. Heute noch bewohnt, dient es wohl eher nur touristischen Zwecken. Es bietet sich an, hinauf zu fahren und auf dem Parkplatz ‚Place de la Rode’ das Motorrad abzustellen. Früher wurden hier die zum Tode verurteilten gerädert. Neben vielen kleinen Lädchen, die nicht nur ‚foie gras’ anbieten, kann man auch die berühmten Grotten (Tropfsteinhöhlen) besichtigen. Der Aussichtspunkt ‚Belvedère de la Barre’ bietet einen grandiosen Blick über die Region der Dordogne. Dass wir uns mit der Bastide nicht nur im Mittelalter befinden, sondern auch in die Zeit der Tempelritter schreiten, zeigt sich besonders am ‚Porte des Tours’ im Osten der Stadt. Die einst in Domme eingezogenen Templer sind aufgrund der Anklage der Ketzerei in der ‚Porte des Tours’ im Jahre 1307 eingekerkert worden. Graffitis der Templer auf den Wänden – Botschaften, die bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt worden sind – geben Zeugnis aus dieser Zeit ab.


Natürlich bleiben wir den Burgen treu – uns bleibt gar nichts anderes übrig
Über die D50 nach St. Cybranet, der D57 nach Norden folgend und weiter auf der D53 entlang der Dordogne kommen wir auch am Château de Castelnaud vorbei, eine mittelalterliche Burg, die zu den meistbesuchten zählt. Das besondere ist das Museum für mittelalterliche Kriegsmaschinen. Hier gibt es sogar noch einen Wohntrakt und dass der Hausherr anwesend ist, zeigen die Flaggen.

Wir fahren weiter bis Berbiguilères, durch Marnac und über die D703 bis St. Cyprien, noch ein kurzes Stück über die D49/D35 bis Campagne. Von hier aus folgen wir nur noch der D706 einem super genussvollen Stück, das rauf bis Montignac reicht. Trotz aller Liebe zu den Burgen, aber das Fahren muss doch auch sein ;) Von hier geht’s zurück zum Hotel – über die D704 bis zur Abzweigung D60 St. Crépin, über Moulin de la Tour bis St. Nathalène.

Der nächste Tag startet schon etwas vertrauter
Über St. Vincent, Rivière, auf die D704/D703 nach Aillac, Carsac und Cenac. Auf der D46 geht’s an Domme vorbei bis zur Abzweigung der D673 nach Salviac. Auch wenn auf den Speisekarten für Motorradfahrer noch nichts angeschrieben war, den Kaffee haben wir auf jeden Fall bekommen. Auf der D673 ging’s dann weiter bis kurz vor Fumel. Hier sind wir auf die D811 gewechselt bis Puy-l’Eveque.

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Sehr einfallsreich wurde hier ein stillgelegter Eisenbahntunnel zu einer Vinothek umgebaut.


Auch ein mehrspuriges Fahrzeug lässt uns staunen
Auf der anderen Seite des Lot-Ufers sind wir dann der D44/D8 gefolgt bis zu dem Aussichtspunkt bei Belaye. Nicht nur der Ausblick über die Region der Lot war phantastisch auch der Anblick eines alten Citroens war überraschend. Und er war wirklich noch in Nutzung! Die Hydraulik funktionierte beim Wegfahren tatsächlich. Es war zwar nicht der Künstler selbst, der hier für’s Durstlöschen zuständig war, aber dafür waren die künstlerischen Objekte zur Nutzung frei gegeben.

Weiter der Lot entlang zeigte sich besonders bei Albas ein weiterer Landesschwerpunkt: der Weinbau. Mit dem Verkosten haben wir uns dann doch zurückgehalten und sind bei Luzech wieder über die Lot und dann weiter Richtung Norden gefahren, d.h. über Crayssac und Catus auf der D6 an Lavercantière vorbei bis Pont-Carral wo wir auf die D673 nach Gourdon abgebogen sind. Hier mal eine Anmerkung zum Tanken. Voller Skepsis habe ich mich anfänglich den Automaten genähert – zumal des öfteren Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Aber siehe da, bei Verwendung der Bankomat-Karte wird man sogar auf Deutsch begrüßt :)
Von Gourdon ging es dann über die D704 Richtung Sarlat und dann schon völlig vertraut und ohne Navi bis St. Nathalène.


Am Abend folgt dann noch ein kulturelles ‚Muss’ – der Besuch der Hauptstadt Sarlat.
Das mittelalterliche Stadtbild ist geprägt durch die honig- und ockerfarbenen Gemäuer aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die vor allem in der sehenswerten Altstadt zu finden sind. Natürlich ist auch hier Hochsaison und man benötigt eine gewisse Gelassenheit um die eigentlich bezaubernde Atmosphäre der Stadt noch wahrnehmen zu können.

Weiter in Richtung Norden
Der folgende Tag soll viel Hitze bringen. Ein Grund für uns die Tour in die etwas ruhigere nördliche Richtung zu verlegen und auch nicht zu lang werden zu lassen, damit wir den Pool noch nutzen können :)
Wir fahren über St. Crépin (D60) und St. Geniès (D64) weiter über die D62 bis Le Lardin-St. Lazare. Der D62 folgend bis sie auf die D71 stößt, geht’s dann östlich durch St. Robert und Ayen. Am Ende von Ayen biegen wir recht auf die D2 ab und folgen dann kurz der D39 bis Perpezac-le-Blanc.
Der zunächst sehr verschlafen wirkende Ort trumpft wieder einmal mit kulinarischen Köstlichkeiten auf. In dem kleinen aber total netten Lokal direkt an der Durchgangsstraße ‚La Bonne-Vie’ haben wir uns dann einen ‚kleinen’ Salat gegönnt. Überraschend war auch die Begegnung mit einem holländischen Ehepaar, das für mehrere Monate im Jahr hierher kommt und sich hier ein Erdhaus-Bungalow gekauft hat. Na ja – warum sollte Hightech-Bauen bei Beschaulichkeit aufhören?


Ruhiges Cruisen stand danach in verlassen wirkender Gegend an. Ein kurzes Stück über die D5 und dann sind wir der ‚Tour du Puy’ gefolgt über D3 und D147 in südliche Richtung. In Larche haben wir dann den Fluss Vézere überquert und sind über die D60 bis Salignac-Eyvigues gefahren.

Für den Park ‚Jardins d’Eyrignac’ bei Salignac-Eyvigues sollte man sich wirklich etwas Zeit nehmen. Einfach sensationell was hier an Gartengestaltung durchgeführt worden ist. Natürlich empfiehlt sich dabei eine leichte Sommergarderobe. Und dass man nicht wirklich mit Motorradfahrern rechnet zeigen die Hinweisschilder zum Parken. Von dort sind es keine 10 km mehr bis zum Hotel.


Am Abend gab es ausnahmsweise auf Wunsch der Gäste ein Dinner auf der Frühstücksterrasse. Die Fotos nach einem kurzen abendlichen Gewitter unterstreichen die angenehme Atmosphäre im ‚Maison d’Hotes de Charme’.


Und damit war auch die Heimreise angesagt
Zunächt nach Lyon, das sind 495 km über die A89 und A72, ab Saint-Étienne dann wieder die A47 und A42 bis Lyon.

Am nächsten Tag ging es für mich allein weiter. Es waren 672 km bis nach Tösens im Inntal angesagt. Wieder ging’s auf die A42, dann aber über die A40 nach Genf und die A41/A1 nach Lausanne, Yverdon-les-Bains und Bern. Diesmal hab ich in der Schweiz eine sehr angenehme Parkmöglichkeit für Motorradfahrer kennen gelernt. Ohne Zweifel eine gute Idee, vor allem bei den Temperaturen über 35 Grad C. Nach Bern bin ich auf der A1 geblieben, dann bei Zürich auf die A3 gewechselt Richtung Chur/Luzern bis zur Ausfahrt 11. Es folgte noch ein kurzes Stück auf der A13 um dann über Schaan, Feldkirch und Bludenz bis zum Arlbergpass zu fahren. Allerdings bin ich auf der S16 Richtung Langen/Klösterle abgebogen um die alte doch etwas kurvenreichere Landstraße zu nehmen.

Noch ein paar Kurven über den Arlbergpass und dann geht’s weiter nach Landeck. Wer sich das Tunneln ersparen möchte, widersteht ganz einfach den immer wieder kehrenden Aufrufen über die S16 zum Reschenpass zu fahren. Erst nach der Ortsdurchfahrt von Landeck bin ich auf die B180 nach Tösens zum Gasthof Wilder Mann.

Der nächste Tag war unspektakulär mit 626 km aber sehr heiß. Die Piller Höhe habe ich mir bei den angenehmen morgentlichen Temperaturen dann doch wieder gegönnt, bevor es auf die A12 ging Richtung Innsbruck. In Wörgl bin ich auf die B178 gewechselt um über den Lofer und St. Johann der ziemlich angefüllten Autobahn zu entgehen. Zum Glück hatte ich die richtige Richtung erwischt. Noch einmal tief durchatmen und es klappte auch um Salzburg herum (B20/A8) Es blieb nur noch die A1, A21, A2 und die A3 bis Eisenstadt und dann war eine kurze Verschnaufpause in Purbach angesagt. Am nächsten Tag wurde das Motorradgewand aber auch das Motorrad gewechselt weil die Speedparty auf dem Red Bull Ring angesagt war :)


Interessante Links:

Text: FrecheHexe
Fotos:
Magnus Endress, FrecheHexe

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Bericht von patrick_b am 04.11.2012 Aufrufe: 7.118
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patrick_b