Mit der KTM Duke 690 auf der Suche nach der Gailtalerin mit dem roten Unterrock.
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Gailtaler
Geschichten |
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Auf Tour mit der KTM 690 Duke III |
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Wer beim Wolferl Ambros aufgepasst hat, der kennt sie: die Gailtalerin.
Die mit den feuerroten Unterröcken. Muss der geplagte Protagonist auf
den Watzmann auffi, muss er bei der Gailtalerin ... na, darüber wollen
wir nicht öffentlich werden. Aber ob sie wirklich Unterröcke trägt, noch
dazu rote, das ist eine andere Geschichte. Auch deshalb schauten wir ins
Gailtal. Das liegt in Kärnten, im Süden, hart an der Grenze zu Italien,
wo bekanntlich immer die Sonne lacht, und wo man deshalb gerne Urlaub
macht.
Dieses Gailtail ist lang und breit,
es zieht sich von Villach bis nach Kötschach-Mauthen, einem kleinen Ort,
der recht ruhig ist. Er ist es zumindest außerhalb der Sommer-Saison.
Innerhalb ist er der Schnittpunkt für einige der Haupttrampelpfade des
Motorrad fahrenden Volks. Von hier geht’s unter anderem ins Lesachtal.
Oder zum Plöckenpass. Auch der Naßfeldpass ist nicht weit. Und eine
Großglockner-Runde ist von hier aus ebenfalls locker zu derpacken.
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Kötschach-Mauthen ist ein eher ruhiger Ort. Besonders an
einem frühen Sommermorgen. |
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Ein paar Tage haben wir uns Zeit genommen, die Gailtalerin und ihre
Unterröcke zu suchen. Was lag näher, als dazu im gleichnamigen Hof
Quartier zu nehmen. Da gibt’s nämlich gleich vier Gailtalerinnen: die
drei Engl-Töchter und ihre Mutter. Während die Mädls den Betrieb
schupfen, schwingt die Seniora den Kochlöffel und der Senior den
Bier-Zapfhahn oder die Grillzange – je nachdem.
Chefin Christine, die erste des
Drei-Mäderl-Hauses führt ein straffes Regiment. Auch am Gas ihrer GS.
Mindestens einmal die Woche weiht sie Gäste in die regionalen
Straßengeheimnisse der Region ein. Denn außer Gail- und Lesachtal gibt’s
da noch jede Menge weiterer fahrerischer Kleinode.
Untertags ist die gesuchte
Gailtalerin aber offenbar nicht unterwegs, wie wir – die 690er-Duke und
ich - nach unserer Ankunft am späten Mittag feststellen mussten.
Feststellen mussten wir auch, dass das Wetter nicht geneigt war, den
Rest des Tages schön oder zumindest trocken zu bleiben. Gerade noch
rechtzeitig hatte die – weiße - Oberösterreicherin im Motorhome (das
früher ein Kino war) Quartier bezogen, da ließ Petrus es heftig donnern
und noch heftiger regnen.
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Zum Gerlos-Pass geht’s entweder über die alte
Strecke oder über die neue
Mautstraße. Beide sind spannend. Der Ausblick auch. Zum Beispiel auf die Krimmler Wasserfälle. |
Am Großglockner herrscht im Hochsommer ein rechtes Gedränge. Außer das
Wetter schlägt gerade um. |
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Statt Kurvenschwingen stand Spazierengehen mit Regenschirm auf dem
Nachmittagsprogramm. Wie gesagt, Kötschach-Mauthen ist ein kleiner Ort.
Auf dem Weg in Richtung Ortszentrum springt rechterhand ein gar
seltsames Geschäft ins Auge. Werden in der einen Auslage
Haushaltswaren von der Küchenschürze bis zu Besen und Mistschaufel
präsentiert, stehen in der anderen edelste Weine, Destillate,
Schokoladen und weitere Köstlichkeiten. Das ist der „Ertl“. Den sollte
man sich näher anschauen.
Drinnen ist links die
Haushaltsabteilung, rechts entfaltet sich ein veritables
Feinschmeckerparadies. Der Chef dieses Gourmet-Tempels, das ist der Ertl
junior. Der lässt sich nicht zweimal bitten, ein paar Geschichten zu
erzählen. Das tut er wortreich in Begleitung von einem Kostpröbchen hier
– Käse, Speck, Schinken, Wurst, Oliven, getrocknete Paradeiser, Brot und
noch vieles mehr, alles vom Allerfeinsten – und einem Kostschlückchen
dort. Zu jeder Probe-Gabe gibt’s eine Story, über die Herkunft, die
Herstellung etc.
Gut zwei Stunden minimum dauert der kulinarisch überaus
ergiebige Vortrag. Danach hatte ich ein wenig Schlagseite. Der Regen
hatte aufgehört. Nicht allzu weit entfernt von
Kötschach-Mauthen, ist wie schon erwähnt, der Großglockner. Mit
Jausenpaket und ausgezeichneter Wettervorhersage versorgt, ging ich –
gut ausgeschlafen - folgenden Tags frohgemut eine längere Rundfahrt an.
Einmal im Jahr muss die große Bergwertung sein. Schon vor neun Uhr war
die Duke gesattelt, und ich trieb sie über den Gailbergsattel.
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Morgens ist die Welt auf dem Naßfeld-Pass noch ruhig:
einsame Motorradfahrer, junge & alte Kühe, Pferde und Wanderer. |
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Allein auf weiter Flur. Entweder
schlafen hier alle lang oder es war wirklich so wenig los. Die
Gailtalerin lief mir auch nicht über den Weg. Aber ein Kaffee auf der
Gailberghöhe.
In Lienz staute sich’s ein bisschen.
Das ist hier normal. Auf dem Weg zum Felber Tauern wackelten einige
Wohnmobile bergan. Und ein paar Cruiser gurgelten gemächlich dahin. Für
vier Euro Maut wird perfekter Asphalt, ein Super-Panorama, aber auch die
eine oder andere Blitz-Station geboten. In Mittersill stellte ich mir
die Frage: gleich zum Glockner oder eine Runde über die Gerlos.
Zweiterer Vorschlag hat gewonnen. Noch immer waren bemerkenswert wenige
Leute unterwegs. Die Sonne strahlte, von Wolken unverschattet, vom
Himmel.
Die alte Gerlosstraße ist ein feines
Revier, besonders für die Herzogin: eng, winkelig, hoplprig, mit
wechselnde Fahrbahnzuständen, vielen, vielen Kurven und wenig Verkehr.
Die paar Baustellen, die’s hier immer gibt, stellen keine wilde
Herausforderung dar. Auch nicht, wenn grad ein paar Blechkäfige
dahinzuckeln. Nach einer Runde durch Zell am Ziller beschloss ich, noch
einmal vier Euro springen zu lassen und auch die neue Gerlosstraße
abzufahren. Gleich zwei Mal hin und her, damit sich’s auszahlt.
Auszahlen tut sich in jedem Fall der Ausblick, nicht nur der auf die
Krimmler Wasserfälle.
Nach der ziemlich faden Etappe über
Mittersill nach Zell am See war ein Päuschen angesagt. Das
Standard-Menü: Kaffee, Schokolade, Wasser. Man will sich ja den Appetit
fürs Abendessen nicht verderben. A propos verderben: Es wurde immer
heißer, immer schwüler und - entgegen der „Es bleibt den ganzen Tag
sonnig“-Prognose - immer düsterer. Zum Kuckuck, kann das Wetter denn
nicht einmal durchhalten?
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Ruhet sanft & trocken: Bei den Engls können die Böcke
unter Dach & Fach übernachten. |
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In Bruck war der Himmel bereits von dieser schweren Blaugräue verhangen, die
eine sichere Aussicht auf ein Mordsgewitter verspricht. Wenigstens war an der
Mautstelle nichts los. Hier legt man 18 Euro ab. Für eine Tageskarte.
Blöd, wernn man erst am Nachmittag kommt. Und gleich danach wusste ich
zumindest, wo all die Leute waren, denen ich bisher nicht begegnet war:
auf der Glocknerstraße! Was mir das entgegenkam, war eine
ununterbrochene Kolonne aus allem, was Räder hat. Wenigstens war der
Verkehr in meiner Richtung einigermaßen flüssig.
Edelweißspitze, Franz Josefs-Höhe,
so gut wie alle Aussichtspunkte, waren alle dicht besetzt und belegt.
Trotz der ersten zuckenden Blitze. Also: Gas geben! Nichts wie weg. Bis
zur unvermeidlichen Baustelle vor Heiligenblut ging’s recht zügig voran.
An diesem Stau sich vorbeizuzwicken war nicht ganz so reibungslos. Die
Duke spricht zwar nicht laut, das Geschimpfe und Gezeter der im Stau
steckenden Vierrad-Dreher hat sie trotzdem übertönt. Wenigstens hat
keine unmotiviert die Autotüre aufgerissen. In Heiligenblut war’s dann
vorerst vorbei mit der Regendrohung, das Glockner-Massiv behielt die
Wolkenmassen noch eine Weile für sich. Bis ich die Herzogin im Gailtaler
Hof wieder absattelte. Glück gehabt.
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Felber Tauern: fahrerisch zwar nicht anspruchsvoll,
bietet aber ein Traum-Panorama. |
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Am nächsten Morgen, um sieben, tat das Wetter, als könnte kein Wölkchen
oder Wässerchen es trüben: wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein.
Als hätte es in der Nacht nicht aus Kübeln geschüttet und aus vollen
Kanonen gedonnert. Doch der Wetterbericht hatte – wieder – eine Warnung
parat: „Am Nachmittag kann es wieder zu teils heftigen Gewittern
kommen.“ Besonders im Süden. Na Mahlzeit! Was tun? Feig sein und „zu
Hause“ bleiben? Dafür habe ich den weiten Weg von Wien nicht hierher
gemacht. Auch nicht für den Vorwand, die roten Unterröcke der
Gailtalerin zu sehen. Andererseits: Die Lust auf mobil Duschen hält sich
generell in Grenzen.
Als Kompromiss entschloss ich mich
zu einem frühen Aufbruch. Allein. Denn keiner außer mir saß schon beim
Frühstück. Also konnte ich niemanden fragen, ob er eine Runde mit mir
drehen wollte. Macht nichts. Wir, die Duke und ich, wir sind es schon
gewöhnt, alleine zu reisen. Aber wohin? Naßfeld! Da war ich schon lange
nicht gewesen. Im Vorjahr hatte es nämlich so geschüttet, dass mir
zwischen Kötschach und Hermagor schon Schwimmhäute gewachsen waren.
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Zum Gerlos-Pass geht’s entweder über die alte Strecke
oder über die neue Mautstraße. Beide sind spannend. Der Ausblick auch.
Zum Beispiel auf die Krimmler Wasserfälle. |
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Also pfeilte ich durch Morgennebel und
vom Nachtregen noch nicht ganz aufgetrocknete Pfützen bergan. Einziger
Überholvorgang: eine doppelt besetzte WR 650. Die blieb oben, auf der
Passhöhe, das einzige Motorrad, das außer mir noch unterwegs war. Es war
ziemlich frisch, die Sonne kämpfte wacker gegen die bereits
heraufziehenden Wolken. Trotzdem: ein Idyll. Ein paar Kühe – samt
neugierigen Kälbern -, ein Hirte, ein paar Pferde, ein paar Wanderer.
Das war’s. Die Kaffeehäuser hatten noch zu. Leider. Abfahrt. Ins Tal.
Von Pontebba wechselte ich vom Kanal-Tal in ein
anderes: ins Val d’Aupa, über die Sella di Cereschiàtis. Das gibt einen
repräsentativen Vorgeschmack aufs Friaulische: kleine, schmale Straßen,
stille, unbewohnt scheinende Dörfchen, keine Menschenseele unterwegs,
und wenn, dann vor allem keine Wohnwagen-Gespanne. Für Andrücker ist
diese Ecke Italiens weniger attraktiv, für Genussfahrer jeodch ein
Paradies. Eines, wo nicht jeder hinfährt. Jetzt rief der Kaffeedurst aber endgültig zum
Einkehren. In Venzone, jenem Dorf, das in den Siebzigern von einem
Erdbeben völlig zerstört worden war. Längst ist der kleine Ort
originalgetreu wieder aufgebaut. |
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Das in den Siebzigern von einem Erdbeben zerstörte und
wieder aufgebaute Venzone im Val Canale ist jederzeit einen Abstecher
wert. |
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Rund um die Piazza bieten Cafés den sprichwörtlich guten italienischen
Espresso, die Konditoreien haben köstlich Süßes dazu, Souvenirläden
offerieren örtliches Kunsthandwerk. Das Leben geht hier einen ruhigen
Gang, der Autoverkehr innerorts ist limitiert, fürs Motorrad findet man
immer einen (Park-)Platz. Und Ansprechpartner. Ein Friulaner mittleren
Alters inspizierte die Duke ganz genau: „E nuovissima, giusto?“ (Die ist
ganz neu, richtig?). Giusto!
Nach einer Plauderviertelstunde
ging’s wieder dahin. Um die Runde rund zu machen – übers Naßfeld zurück
zu fahren war zwar auch verlockend, aber zweimal an einem Tag die
Strecke von Grünburg nach Kötschach fahren wollte ich nicht – ging ich
den Plöckenpass an. Das ist der mit den Kehren im Tunnel. Immer wieder
interessant ist hier die Auswahl an Sturzteilen, die auf den Banketten
verstreut sind. Das Sträßchen ist ziemlich schmal, und nicht alle
Auto-Touristen können die Dimensionen ihrer Vehikel richtig einschätzen.
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Vrsic: Es lohnt sich, früh aufzustehen, da ist noch
kaum Motorrad-, Auto-, Fahrrad- und Wanderer-Verkehr. |
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Hot Spot nicht nur an heißen Sommertagen: der Pool im
großen & schattigen Garten. |
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Auf der Plöckenpaß-Höhe zog wieder die offenbar unvermeidliche Düsternis
herauf. Das hielt die Kaffee- und Zigarettenpause kurz. Bis Kötschach-Mauthen hatte ich alle anderen Zweirad-Reiter überholt. Zwei
Stunden am Pool gingen sich noch aus. Dann gab’s das versprochene
Gewitter. Am Abend saßen viele nasse Motorradfaher in der Gaststube.
Tags darauf das bekannte Spiel: perfektes Wetter am frühen Morgen.
Frühstück alleine. Aufbruch alleine etc. Keine Spur von der Gailtalerin.
Was ich auch schon lang nicht unter den Rädern hatte, war der Vrsic. Die
Duke müsste dafür das perfekte Bike sein, überredete ich mich selber.
Dazu war nicht viel Überzeugungsarbeit nötig.
Die Strecke nach Arnoldstein könnte ich eigentlich schon mit verbundenen
Augen fahren. Ich tat’s aber nicht. Der Wurzenpass ist stellenweise
wirklich steil. Was die Duke trotzdem nicht außer Atem bringt. Für die
paar Andrücker, die außer mir noch unterwegs waren, schlug die erste
Stunde der Wahrheit in der Anbremszone. Die zweite nach Kranjska Gora,
auf der Auffahrt zum Vrsic. Die Strecke ist zwar am Beginn noch
zivilisiert, mit feinem Asphalt und nur wenigen Mugln. Das Kernstück,
besonders die Kopfstein-gepflasterten Kehren, hat’s aber faustdick in
sich. Zwischen den Haarnadeln geht’s nämlich richtig pikant zu:
Querschläge, Schlaglöcher, Schotterzungen, Längsrillen, dazwischen
einige unbedarfte Radfahrer, von denen man nicht weiß, ob sie gleich
nach rechts oder nach links umkippen werden. Die Herzogin inhalierte die
Strecke souverän, tänzelte elegant um die Ecken, während die
Gebückten-Böcke aus dem Hupfen nicht mehr herauskamen.
Der Pass-Sieg gehörte somit der
Duke. Und mir. Das blieb auch bergab so. Weil es vorteilhaft ist, wenn
man nicht allzuviel Gewicht mitbremsen muss. Einem Italiener, der mit
einer E-Glide und Sozia eine Viertelstunde nach mir auf dem Parkplatz an
der Soca eintrudelte, dem habe ich von Herzen gratuliert.
Auf der Straße zum Passo di Predil
wurde es – erraten! – wieder bedrohlich duster. Mit Abstechern zur Sella
Nevea & Co. hielt ich mich deshalb nicht auf. Das Kaffeetrinken in
Tarvisio verschob ich ein anderes Mal: Ein Lkw-Sattelzug war in der
Ortsdurchfahrt stecken geblieben.
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Der Predil führt von Slowenien nach Italien (oder
umgekehrt), er ist das Tor zum Triglav-Nationalpark |
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Kaum in Kötschach-Mauthen angekommen, eilte ich an den
Pool, um die letzten Sonnenstrahlen auszunützen. Rundherum zogen
schwarzgraue Wolkentürme auf, es blitzte und grummelte bereits heftig.
„Durchhalten, bis zur letzten Sekunde“, dachte ich mir. Aus den Sekunden
wurden zwei Stunden: Just über dem Pool sägte die Sonne ein Loch in die
Wolkendecke. Zwar wehte ein wildes Lüftchen, doch es blieb warm. Und
trocken. Sehr zur Erleichterung von Hans Engl: Zum Abendessen stand
diesmal Grillen auf dem Programm. Im Freien, klarerweise.
Vielleicht hatte die ominöse Gailtalerin ihre Finger im
Spiel. Der Grillabend ging fast tropfenfrei über die Bühne. Wohl wurde
noch schneller gegessen als sonst, aber bis zum letzten Kotelett hielten
die Wolken dicht. Dann allerdings nässte es heftig. |
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Die Soca: zum Baden zu kalt, zum Fischen grad richtig,
zum Anschauen immer wieder ein (Farb-)Erlebnis. |
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Die Nachspeise – bei den Engls serviert man speziell guten Bananen-Split
– wurde unterm Vordach konsumiert. Auch die Abschieds-Schnäpse. Mehrere.
Aber auch wieder nicht so viele, dass man am nächsten, dem Abreise-Tag,
sein Motorrad nicht wieder fände.
Ob die Gailtalerin nun feuerrote
Unterröcke trägt, das habe ich nicht herausgefunden. Ehrlich gesagt, ich
habe auch nicht so genau geschaut. Das ist nicht mein Revier. Unter der
Lederkombi versteckt sind sie jedenfalls nicht. Vielleicht unterm
Dirndl. Aber in dem habe ich sie nicht gesehen.
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Text und Fotos: Trixi Keckeis
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