Die Mother beim Bikerfest des MC Faro. 100.000 Besucher, Cocker und Turner auf der Bühne.
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Portugal 2007 Teil 2 |
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Beschleunigungsrennen an der Algarve |
Nach zweitägiger geisteskranker Umherwetzerei im Hinterland der
Algarve begab sich die Schwiegermutter auf die Suche nach dem
ultimativ Harten, um wieder ein bisserl Selbstvertrauen nach den in
Portugal zugefügten Niederlagen zu tanken.
Fündig wurde sie beim härtesten Bikerfest des härtesten Motorradclubs in
Europa mit dem il Presidente, der Kompetenz-Kompetenz für die Endhärte.
An sich hatte ich ja vor, mit meinem nunmehr ins Herz geschlossenen
Tuttelbären bis an die Grenze nach Spanien durch zu reissen. Das elfte
Gebot des Herrn besagt aber: Du sollst dich nicht täuschen. Ich befand
mich nach der Durchquerung der weißen Dörfer im Hinterland der Algarve
bereits auf dem Weg Richtung Faro. Die weissen Bauten erinnerten mich
schmerzlich an meinen ersten schweren Sturz auf Paros mit einer
aufbebohrten XT 600, die mich nach einem missglückten Williversuch in
den Teer und Luli verseuchten Asphalt abwarf, sodass ich mich bei 40
Grad eine Woche im Krankenhaus über eine Gratistätowierung an Schulter
und Oberschenkel erfreuen konnte.
Wär ich nicht Gedanken versunken umhergeruchelt hätte ich die kleine
Einfahrt zu einer unscheinbaren Bar sicher übersehen, unübersehbar war
jedoch das Symbol des Bikerclubs Faro mit dem Spruch Live to Ride, Ride
to live.
Dies ist ein Welt weit bekannter Spruch, ein Zeichen für Freiheit,
für Lebensfreude und vor allem ultimative Härte, ein Spruch, der leider
nur all zu oft schändlich mißbraucht wird, von Chopperlfahrern mit
Indianerstieferln, die sich diesen Kultspruch als Art Wummiverdickerer
auf den Rücken Ihrer dünnen Rauchlederjackerl sticken und mit dünnem
Oberarm auf Bikerfesten umhervegetieren oder von Mitt-Vierzigern mit
Midlifecrisis, die sich seit 20 Jahren ihre blonde Sekretärin nicht
aufspannen trauen.
Der MC Faro ist der bekannteste und härteste MC in Südeuropa, mit
zig- Tausenden Mitgliedern und einem Vorstand, dessen Anblick sogar Bull
Hurley wimmernd weiche Knie verursacht. |
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Il Presidente |
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Mit Hilfe einer Verhaltenstherapie und Dauermedikation war es mir
gelungen, meine Niederlage auf der
Rennstrecke von Estoril gegen einige Mitglieder des MC Faro zu
verdauen. Vertrauenserweckend war auf Anhieb, dass sich im Vorhof des
schwer eingezäunten Clubhauses auf dem Parkplatz des Presidenten
(vorgezeichnet wie in einem Nobel-Golfcountry Club) eine XJR 1200
befand, deren Anblick jeglicher Beschreibung spottete.
Die XJR war komplett mit Russ, Dreck und Rost zugepflastert, und hatte
96.000 km am Tacho. Angesichts der Leichen, die vor der Bar standen,
versteckte ich den Tuttelbären gemeinsam mit meinem lächerlichen
Neoprenanzug bei einer Tankstelle, aus Angst, dass der Tuttelbär in 2
Minuten komplett ausgeschlachtet werden könnte.
Die Bar hatte den aller härtsten Schick und Spirituosen Geruch aller
Zeiten und das Interieur ähnelte einer Schlachtbank, auf der Bar ein
Zapfhahn fürs Cerveza aus einem Harleyzylinder, ein Billardtisch, wo der
Filz aufgrund der kalten Bauer Festspiele
von Grün in Türkis gefärbt war. Es lässt sich wahrscheinlich nur vom
Statistischen Zentralamt hochrechnen wie viele Biker-Tussn drauf
abgebrockt wurden. |
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Der Kellner und ein paar grobe Typen in schwerer Ledermontur und Boots
schauten mich beim Eintreten ins Lokal an, als wollten sie mich in den
nächsten 2 Minuten mit einem Baseball-Schläger im angrenzenden Rübenfeld
bearbeiten und entsorgen.
Nachdem ich dem netten Garcon in halb Spanisch, halb Englisch erklärt
hatte, dass ich für die beste Motorradwebplattform what ever gibt einen
Bericht über den MC Faro schreiben würde, bequemte er sich zur Ausgabe
einer eiskalten Cerveza und klärte mich in knallhartem Liverpool Dock
Englisch ein bisserl über den Tagesablauf der Mitglieder des MC auf:
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1) Ich weiss jetzt, wer der Weisshaarige mit dem Ducati Gwandel in
Estoril war, der auf einer aufgebohrten FZR 1000 aus den 80er Jahren
die Leute am Ring derb herbirnte: "Germano" ist der Präsident des Moto
Club Faro, dermaßen oft ganz schweeeer gestürzt und keinen einzigen Zahn
in der Pappen, sodaß sein wunderbares Aussehen nur mehr auf Jugendfotos
erahnbar ist, laut Aussage des Kellners ist der Präsident ausschließlich
auf einen von 20 Bikes anzutreffen , schläft nie außer er stattet einer
seiner zig- Geschlechtspartnerinnen (jeweils die jallerbeste aus jedem
Küstendorf) einen unangekündigten, recht kurzweiligen Besuch zwecks
Informationsaustausch (stimmt!!!) aus. Die Tussn seien alle Mitglieder
des MC, kennen und lieben sich, weil sie jalle den Präsidenten lieben.
Il presidente trinkt ausschließlich 2 Stern Whiskey und ist
unverheiratet. Zweimalige Versuche zur Verehelichung scheiterten daran,
dass sich keiner des Vorstandes des MC als Trauzeuge gehen traute aus
Angst vor Repressalien.
Die Jungs seien pro Jahr im Schnitt 30.000km im Sattel, veranstalten
eine Unzahl an Charity-Events. Streitereien, Diskutierereien und
Eifersüchteleien mit Tussn sind völlig undenkbar und unerwünscht.
Angesichts der Schilderung überkam mich bei dem Gedanken an geregelte
Arbeits- und Geschlechtszeiten, temporäre Durchreissereien in the
wildalps eine schwere Depression und wiederum das Dauergefühl, jalles zu
versäumen. Der Gedanke an arbeitende Menschen, die sich mit der kleinen
Krokolederaktentasche (darin die Heftln fürs WC im Büro und das
Fleischbrot vom Wochenende) jeden Tag von 8.00-16.00 ins Büro begeben
und den Tag absitzen, war auf einmal unerträglich unerträglich!!!! |
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2) Ich hatte die besondere Ehre, dem Bikerfest des Jahrhunderts
beizuwohnen zu dürfen:
In 3 Tagen 100.000 Teilnehmer, ca. 50.000 Motorräder, 30.000 Tussn vom
Allerfeinsten, Bühnengirls, die so perfekt ausschauten, als hätte man
sie mit einem Legobaukasten zusammengebaut, die allesamt vor Auftritt
einem ausgiebigen und umfassenden TÜV durch den Präsidenten unterzogen
wurden. |
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Pimp your Bike Shows, wo man mit einem Dauerständer aus
dem Schauen nicht raus kommt, dagegen machen sich die Shows in
Österreich wie der allsonntägliche türkische Antiquitätenbasar in
Eisenstadt aus, vor allem keine stark übergewichtigen, ungewaschenen
Motorradbräute, die sich im Bacardi- Cola Rausch mit einem um 6 Nummern
zu kleinen Stringtanga im Dreck wühlen und alle 3 Sekunden Ihre bis zum
Boden hängenden, ausgedürrten 1,5 l Fanta Flaschen der Öffentlichkeit
präsentieren. Nebenbei sei gesagt, dass sich Joe Cocker (konsumierte bei
35 Grad in eineinhalb Stunden auf der Bühne einen Doppler) und Tina
Turnmelose (schaut figurmäßig trotz ihrer 102 Jahre besser aus als ca.
92 Prozent aller Strandtussn) ein Stell-Dich-Ein gaben.
Nun aber genug des Geschwätzes, in diesem Fall sagen Bilder mehr als
tausend Worte, einzelne Bilder (minderer Qualität) mussten leider
still und heimlich mit dem Handy gemacht werden, weil ich kurzzeitig um
mein Leben fürchtete: |
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Fazit: Wie der bremsende Notar und viele
Umherlutscher wissen, ist Härte in der Hose, bei Frauen (mit daraus
resultierender Abschussquote) und gnadenlose Härte on track angeboren
und leider nicht erlernbar, auf jeden Fall bin ich Ehrenmitglied des MC
Faro geworden, ab jetzt Stammgast auf dem Fest und rühme mich eines MC
Faro Leiberls (unverkäuflich!!!),
Erkenntnis der Dienstreise: Nagle wenn es nur geht jeden Tag deine
Schwiegermutter, habe Spass mit ihr, um zu leben, vergiss hie und da
nicht auch die Tochter durchzureissen, sonst hat man Sorgen beim Biken
und das brauch ma nicht!!!!!
Nach einem dreitägigen Dauerrausch und der bereits
gesundheitsschädlichen übergeilen Brautschau muss sich die
Schwiegermutter zwecks Regeneration des Kreislaufes auf einen
Familienurlaub ins hintere Kehrenland des Gardasees zurückziehen, aus
Italien wird in Kürze berichtet
So far Eure Schwiegermutter |
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Interessante Links:
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Text: Mother in Law
Fotos: MiL, Antonio S. Martinho |
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