Der Mann mit der Robusto in der Hose stach nach Kuba. Aber weder um zu stechen, noch um (an)zu rauchen.
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Harry T. in
Kuba |
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"Therapien zur Bekämpfung des
motorradfreien Winterlochs"
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Nachdem die erste schwere Nichtschraub-Depression und
Panikattacken , ob man die Kurvengeschwindigkeit und -lage über den
nächsten Winter konservieren wir können, Einkehr gehalten haben und keine
grenzwertigen und grenzdebilen Amtshandlungen von Streetfight-Clubs bis
Mitte März am Stozinger und in Hof stattfinden werden, beschloss der
Autor diesmal, anstatt bei den Motorradmesse-Tussn mit grauslichen
Degradierungen von den Reiseberichten reinzudrehn, in Kuba nach den
neuesten Modellen, den stärksten Motoren und neuartigsten Kurventechniken
zu forschen.
Kuba bietet aufgrund seiner Historie alle Arten an Schraubgeräten
(von der Sowjet-Jawa bis zum Harley-Aprilia Mix). Nachdem ich meine
XJR-Schwiegermutter bei der letzten Ausfahrt beerdigt hatte, ging's ohne
schweres Begleitgerät via Amsterdam nach Varadero. Wer den schlechten
Bourdeaux und die engen Sitzplätze der Martinair wie in der Folterkammer
von Kaspar Hauser 10 Stunden aushält, den erwartet als Belohnung eine ca.
1 ½ stündige Verbalrektoskopie am Zoll, dass man sich am Liebsten
(Vorrichtung vor Ort vorhanden) erhängen möchte. |
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Varadero eignet sich an sich für Hochgeschwindigkeitswettrennen a
la Nardo, Hayabusen gegen Gixxn, zumal man eine 25 km lange
vierspurige Küstenstrasse vorfindet, 3 Kilo wären kein Problem, es
scheitert leider an geeignetem Werkzeug und den im Schnitt 50 cm tiefen
Schlaglöchern.
Angesichts der kurvenlosen Einöde beschränkte sich der
Mann ohne Schwiegermutter vorerst aufs Fotographieren, Sichten geeigneter
Schraubgeräte und der Betäubung durch lokale Spirituosen.
Der Traumstrand in Varadero lässt kurzfristig das
große tiefe Loch bis zum Warm up 2007 kurzfristig vergessen und eignet
sich hervorragend für ein Schräglagentraining im Mare, um die Technik
des Abdrängens von missliebigen Umherlutschern und zum
richtigen Ankern bei 180 Grad zu verfeinern
Trotz intensiver Suche in Varadero konnte der Autor
lediglich eine Derbi orten, bei der offensichtlich beim letzten Hurrikan
ein Hai ein grösseres Scherzerl mitgenommen hat. |
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| Unendlich ist das Repertoire an
hinnigen Sowjetfahrzeugen, die aus verschiedensten Bikes wieder aufgebaut
werden und im Schnitt um die 300.000km auf dem Buckel haben. Soviel zur
Notwendigkeit alle 2 Jahre sein Bike austauschen zu müssen (vielleicht
nagle ich nächsten Jahr noch ein letztes Mal meine Schwiegermutter). |
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Das
absolute Highlight in Varadero sind die 60er Ami Schlitten und die
Mafia-Villa "Les Americas" der Dupont Dynastie, ein Anwesen
mitten in einer Oase mit 100 Angestellten, vorzüglich unfassbare Frauen,
die wahrscheinlich den ganzen Tag die Bikes der Mafiosi und sonstige
wichtige Teile weich und blank polieren. |
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Nach viertägigem Relaxing ging's
mit einer ausgeborgten Jawa mit den ältesten Koni FEDERBEINEN I have ever
seen von Varadero nach Mantanzas. Halbstündiges Anrennen, ein
Auspuffgeräusch wie der Husten eines 93-jährigen Kettenrauchers.
Bei
der Fahrt mit einer solchen Gerätschaft erscheint jegliche Diskussion
über Fahrwerkskomponenten lächerlich. Wer dieses Bike nicht eckig in die
Kurven bringt, der kann wirklich schrauben, abgesehen davon, dass der 3er
raussprang und bei 110 die Pleueln rasselten wie bei einem Perchtenlauf. |
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Die Fahrt bis Mantanzas ist nicht ganz ungefährlich, zumal am
Strassenrand Hundertschaften an Leuten stehen, die mit den Händen
synchron hin und her wacheln und einem ins Mopped hupfen oder vom Eisen
runterreissen wollen, sei es, weil sie mitfahren wollen, einen guten Tipp haben,
oder Nüsse und/oder ihren Körper verkaufen wollen.
Die Fahrt von Mantanzas
nach Havanna ist eine Wucht an dschungelartiger Landschaft, Ölfeldern und
traumhaftem Blick aufs Meer. Auffällig, dass zumindest alle 5 km eine
Polizeistreife wahllos KFZs aufhält, offensichtlich ebenfalls zur
Entgegennahme von kleinen "Tipps". |
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| Die Fahrt nach Havanna (für 120 km ) dauerte geschlagene 4
½ Stunden, in der Stadt herrscht ein Verkehr, dass einen die blanke Angst und ein
Weinkrampf befällt. Havanna ist der verrückteste Mix an prachtvollen
Bauten und heruntergekommenen Slums, an unfassbar restaurierten
Amischlitten und Harleys und komplett verfallenen Traktoren und
Omnibussen, irr anreissenden Tuk Tuks, und brüllenden, lachenden
und tanzenden Tänzer(innen) (nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich
welches Geschlecht). |
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| An das beiderseitig mögliche Überholen gewöhnt
man sich auch nach Tagen nicht. Die größte Gefahr für Biker droht,
wenn immer wieder Leute, die sich,
wie beim Untergang eines Kreuzfahrtschiffes, an der Bordwand von Kastenwägen
festkrallen, manchmal auf die Strasse oder auf
Biker fallen. Positiv aufgefallen ist hingegen die durchgängige Untermotorisierung
der Policia. Bei der mitgereisten Kawamaus als vormalige Chopperfahrerin
(lächerlich) kamen kurzfristig romantische Gefühle auf. |
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| Als weitere gefährliche
Ablenkung entpuppen sich die durchaus liebreizenden Ragazzen und die auf
jeder Kreuzung in Reperatur befindlichen Autoleichen. Havanna bedarf
zumindests dreier Tage, in denen man sich mit dem stärksten Daiquiri der
Welt anfreunden und den Dreck und die verschiedenartigen Gerüche nach
Heizöl, Benzol und Lulli aufsaugen kann. |
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Ein absoluter Geheimtipp ist die
Fahrt nach Pinar del Rio ins Tal der vergessenen (nicht abgebrockten)
Jungfrauen, eine Kurvenlandschaft, dass sich die Dolomiten dagegen wie die
Süd-Ost Tangente ausmachen.
Für eine eintägige Auswindung zumindest
einer 600er Gixxn hätte ich drei Monate am Strassenrand Kokosnüsse
verkauft, so blieb es diesmal lediglich bei einer Auswindung eines
(dermaßen grauslich anreissenden Quads), der Landschaftsfotos Abzieherei
und der Besichtigung von Tabakplantagen.
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Fazit der Reise:
Bei der Rückkehr von
Kuba habe ich meine glatt rasierte Schwiegermutter lachend bei 3 Grad im
Wald am Fotzinger (Hausberg der Eisenstädter) gewetzt und mich am
unfassbar geschmeidigen und knackigen Fahrwerk meiner alten Bladen von
vorn und hinten erfreut, so schnell wird man seine Winterdepression los.
Nachdem ich meine aufgewetzte Schwiegermutter wieder ins Herz geschlossen
habe, wird im nächsten Jahr heftigst und grauslich gewütet werden, auf
diesem Wege alles Gute und fürchtet Euch vor nächsten Jahr, der Mann
jetzt wieder mit Schwiegermutter wird unverzüglich berichten.
So far... |
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Interessante Links:
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Text und Fotos: Harry T. |
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