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Fährt man in den Süden, ziehen
uns Mitteleuropäer unbekannte Kräfte sofort ans Meer. In den Städtchen
La Ciotat und Saint-Cyr-Sur-Mer kommt sofort Urlaubsstimmung auf. Palmen
am Strassenrand, üppiger Pflanzenwuchs und tolle Farbenpracht
beherrschen das Stadtbild. Doch in den Städtchen am Meer und an den
Strassen entlang der Küste herrscht auch immer ein reges Treiben. Es
lohnt sich also möglichst schnell ein wenig in Richtung Norden
abzubiegen.
Als Pflichtprogramm für jeden
Motorradfahrer darf die Routes de Cretes ausgehend von Cassis
bezeichnet werden. Am Wochenende ein Ziel von zahlreichen Reisebussen,
bietet es unter der Woche wunderbare Kurven mit angeblich grandioser
Aussicht. Diese war bei unserem Besuch aufgrund des Nebels nicht ganz so
grandios, dafür kam aber der perfekte Asphalt umso mehr zu Geltung. Die
Strecke wird an einigen Stellen sehr schmal und mit Gegenverkehr muss in
jedem Fall gerechnet werden. Auch einige Local Heroes sind des Öfteren
auf Supersportlern auf der Strecke zu finden.
Das nette Städtchen Gemenos
bietet sich dann als kurze Raststation an. Denn die nächste Etappe darf
als echte Bergrennstrecke bezeichnet werden. Von Süden kommend
beim 2. Kreisverkehr rechts abbiegen und dann entlang der D2 fahren.
Zahlreiche Bremsspuren in Richtung Leitplanken zeugen von einer bewegten
Vergangenheit. Bei unserem Besuch wurde tatsächlich gerade ein
Bergrennen mit Touren- und Formelwägen ausgetragen.
Ebenfalls sehr kurvenreich die
Strecke zwischen Mazaugues und Signes. Auch hier sind die
Kurven sehr vielfältig und anspruchsvoll. Endlose Serpentinen hinauf auf
den Gipfel findet man hier nirgends. Die Berge sind in dieser Gegend
nicht höher als 800 Meter und so passt nicht nur die Strecke sondern
auch die Temperaturen sind sehr angenehm. Der Asphalt ist hier aber in
nicht so perfektem Zustand wie entlang der Routes de Cretes.
Reiseenduros und Tourenbikes haben dort aber sicher kein Problem, mit
Supersportlern sollte man ein paar Reserven übrig lassen.
Die Route wurde von Kawasaki
nicht zufällig als Teststrecke für die Versys ausgewählt. Das Terrain
passt perfekt zum neuen Motorrad. Das Fahrwerk arbeitet sowohl auf
glattem Asphalt wie auch auf dem Fleckerteppich ausgezeichnet, die
Kurvenradien sind eher eng und so bleiben die Geschwindigkeiten in einem
Bereich wo Drehmoment und nicht Spitzenleistung gefragt ist.
Ein wenig Formel 1 Flair kann
übrigens auf dem Areal der Teststrecke Le Castellet westlich von
le Beausset geschnuppert werden. Der Weg zur Strecke ist sehr gut
ausgeschildert. Parallel zur Start-Ziel Geraden verläuft die Landebahn
des Flughafens. Während der Testsaison starten und landen hier die
Lear-Jets der Teamchefs. |