Der einsame Abgelederte begibt sich nach Kroatien und erlebt die unerträgliche Leichtigkeit der Langsamkeit.
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Dalmatien
Tour
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Eigentlich wollte ich jeden Tag ständig auf dem Bock sitzen aber ich hatte
nicht damit gerechnet, dass mich die dalmatinische Gemütlichkeit dermaßen
verlangsamt.
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1 Motorrad und 5 Arbeiter, ein Bild für Götter. Dafür war das Motorrad
innerhalb 1 Minute fest verzurrt. Die Kollegen von der kroatischen Bahn
benötigten hingegen eine Einweisung im Verzurren von Motorrädern.
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15 Stunden Zugfahrt inklusive Schlaf vs. 7 Stunden auf der Autobahn
vegetieren
Als ob ich geahnt hätte, daß sich das Wetter in Wien ändern würde,
plante ich mitten im Rekordsommer eine Reise nach Kroatien. Alleine, ohne
Gesellschaft, nur ich und die Frau Reisebegleiterin TDM 900, aber bitte mit
ganzen fetten Koffern. Ich hatte keine Lust mehr auf Issey Miyake Style T
Shirts im Knitterlook aus dem Seesack. Komfortable Sitzposition, ein
gefälliger Zweizylinder mit ausreichend Kubatur und für den Fall der
Fälle eine Bremse mit ABS. Ich hatte ja schon allerhand abenteuerliche
Geschichten von kroatischen Krankenhäusern gehört. Die Ärzte ähneln
mehr den Folterern aus dem Tarantino Film "Hostel" und die
hygienischen Verhältnisse sind auf 3. Welt Niveau. Das ABS sollte mich
davor retten, aber mehr davon später.
Das erste Ziel lautete Split, na bumm, immerhin ca. 700 Kilometer und
das auf der Autobahn. Mir war sofort klar - das kommt gar nicht in Frage
Ich bin jenseits der 30ig, übergewichtig und mir tut beim Aufstehen in der
Früh alles weh. Mit einem Wort, Ich bin ein arger Warmduscher und freu
mich mittlerweile wirklich über niedrige Fußrasten und Heizgriffe. Wie
komm ich bloß nach Kroatien mit dem Motorrad ohne damit zu fahren? LKW,
schieben, Hänger? Okay Hänger kommt erst ab 50+ in Frage, sonst verliere
ich jede Art von Selbstachtung.
Es gibt eine Lösung und die kommt von der ÖBB und nennt sich
Autoreisezug. Ein kurzer Blick ins Internet hat mir genügt, um den Zug zu
finden.
Die Erholung ist unbezahlbar und wenn
man Glück hat trifft sich eine nette Party im Speisewagen und trinkt ihn
leer. Prost! Ich habe nicht lang gefackelt und gleich online bestellt, ein
Kinderspiel. Die Zugfahrt dauert zwar 15 Stunden, aber man kann ja im
Liegeabteil schlafen oder sich sinnlos im Buffetwagen mit anderen
Trinkfreudigen die Kante gegeben, wie es euch beliebt. Hat ja schon der
alte Herr Shakespeare gemeint, oder war es doch der Konsalik?
Samstag 14 Uhr war es dann soweit, ab zum Südbahnhof und rauf auf die
Rampe. Das Motorrad war innerhalb von 5 Minuten fest und professionell
verzurrt. Die ÖBB Hackler, pardon die Dienstleister der Bahn sind wirklich
auf Zack. Der Südbahnhof verströmt nach wie vor den zarten Charme der
70iger, alles ein bisschen alt und in diesen herrlichen Orange und Braun
Tönen. Die 70iger waren nicht umsonst das Zeitalter der psychedelischen
Drogen. Aber die "ÖBB Lounge" die man als Gast des ÖBB
Autoreisezuges nutzen kann, ist vom Allerfeinsten und das Beste daran ist,
man kann trinken soviel man will. Kleiner Schönheitsfehler, es gibt kein
Bier, aber sonst wäre man vielleicht schon vor Reiseantritt im Delirium.
Also ich kenn da wen der so was mit links hinbekommt.
Der Zugabteil ist nicht das Ritz Carlton, man bemüht sich aber um Sauberkeit
und das Zugpersonal ist von ausgesuchter Freundlichkeit und höflich.
Außerdem hatte ich schon schlechter geschlafen. Nach 1 Stunde hatte ich
bereits die ersten Bekanntschaften gemacht, einerseits eine Gruppe junger
Deutscher aus dem Osten, die auf Alkohol und Musikfestival Tour durch
Europa waren und eine Partie Motorradfahrer aus der Gegend um Ybbs in
fortgeschrittenem Alter. Bahnfahrten haben offensichtlich die Gabe Menschen
zusammen zu führen. Ist es die Enge der Abteile oder die schiere
Langeweile, die Bahnreisende dazu bringt miteinander zu kommunizieren, ich
weiß es nicht aber es funktioniert auf jeden Fall. Ein guter Katalysator
für Gespräche ist das Bier, das man um 3 Euro (!) erwerben kann.
Ausgenommen von dieser Regel sind Soziopathen, die vielleicht eher daran
denken wie die inneren Organe des Mitreisenden aussehen. Gut, meine
Mitreisenden waren nicht so, wir hatten ja genug Gesprächsstoff.
Motorräder, das Reiseziel und Musik. Mit jedem Gerstensaft wurde es
lustiger und erinnerte stark an einen Ausflug in der Oberstufe. Als wir die
kroatische Grenze erreicht hatten waren wir schon ziemlich im Öl und bei
der Passkontrolle war ich insgeheim froh, daß ich nicht viel reden musste.
Es ging auf jeden Fall fröhlich weiter und das Bier wurde allmählich
knapp.
Nach 8 Stunden hatten wir Zagreb erreicht und die ÖBB Lokomotive wurde
abgehängt und zu meinem Entsetzen auch der Speisewagen. Panik erfasste
mich, das Bier wird weggeschickt. "San die olle deppert!". Ich
eilte also zum Bahnhofskiosk, in Ermangelung von Ortskenntnissen verlief
ich mich 3-mal, und schaffte es dann doch Bier zu besorgen und den Zug
nicht zu verpassen. Die Lok, die jetzt ans Werk ging war wohl aus den
50igern und im ehemaligen Jugoslawien als Modell "Marshall Tito"
bekannt. Die Rußwolken würden jeden Greenpeace Mitarbeiter ins Wachkoma
versetzten und die Geschwindigkeit lag bei schneller
Schrittgeschwindigkeit. Mir war das alles egal, mein Körper signalisierte
mir einen Etappensieg des Gerstensafts und mir war klar, daß jetzt
geschlafen werden mußte, sonst ist die Fahrt am nächsten Tag ein Alptraum
und erinnert an "Fear and Loathing in Las Vegas".
Ich gehorchte dem Befehl und bettete meinen müden Körper zur Ruhe. Die
Außentemperatur lag bei ca. 30 Grad und ein Öffnen der Fenster hatte zur
Folge, daß der Grenzwert für Feinstaub in meinem Abteil um das
2millionenfache überschritten wurde. Leider war der Schalter für die
Heizung in meinem Abteil defekt und ich konnte sie nicht abdrehen.
Die Temperatur lag bei ca. 40 Grad. Ich wartete nur auf den Ruf
"nächster Aufguss in 3 Minuten". Nicht mal der Konsum einiger
Biere konnte mich vor einer schlaflosen Nacht retten. Bei der Ankunft in
Split um 8:30, fühlte ich mich wie nach einem Boxkampf mit Mike Tyson.
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Das Liegewagenabteil ist nicht das Ritz Carlton aber
definitiv besser als 7 Stunden auf der Autobahn fahren. Bei meiner
Rückfahrt hätte es ab Zagreb geregnet, bei kühlen 14 Grad plus. 15
Stunden Zugfahrt sind kein Zuckerlecken aber bei jeder Fahrt mit dem
Autoreisezug lernte ich nette Leute kennen und es gab immer eine kleine
Party.
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Die dalmatinische Zeitrechnung, langsam, langsam:
Die Fahrt von Split nach Omis war ein Horror. Die
dicke Birne, null Ortskenntnis und Strassen so glatt wie eine Ölspur. Die
TDM mit den dicken Koffern, die weit über die höchstzulässige
Gewichtsgrenze geladen waren, mühte sich um Spursicherheit. Nach ca. 35
Minuten hatte ich es geschafft nicht zu fallen und steuerte die Unterkunft
an. Ein tiefer Schlaf ereilte mich und ich verdaute die Nacht am
Nachmittag.
Ich war definitiv voller Tatendrang, der Lonesome
Rider wollte die ganze Küste Dalmatiens inklusive Hinterland nehmen. Nach
Wiedererlangung der Kontrolle über Geist und Körper machte ich mich auf,
mir ein gemütliches Kaffee zu suchen und die Straßenkarten zu studieren.
Laut Karte ein Paradies, im Hinterland Berge und an der Küste eine
herrliche Strasse nach Dubrovnik. Ich legte mir einen Schlachtplan zu Recht
und wollte auf jeden Fall gleich am nächsten Tag losfahren. Ich verbrachte
den Rest des Tages damit am Strand herum zu liegen und zu essen. Essen,
davon gibt es genug in Kroatien, und was für Sachen es da gibt: Lamm vom
Grill, Pljeskavica, Rasnici und Cevapcici und alles zu moderaten Preisen.
Gott sei Dank hatte ich nicht die enge Lederkombi mitgenommen, sondern die
weit geschnittene Textilpanier, wäre ja peinlich, wenn die Kombi nicht
mehr zu schließen wäre.
Ich erwachte am nächsten Tag erst zu Mittag und war
sehr erstaunt, dass mein übliches Schlafpensum von 6 Stunden weit überschritten
wurde. Der Plan war klar. Zuerst ein Frühstück und dann rauf auf den
Bock. Doch irgendwie kam ich nicht in die Gänge, der Kaffeebesuch verlängerte
sich um Stunden und ging fast
automatisch über in ein üppiges Mittagessen. Mit vollem Magen fährt es
sich nicht gut und somit verschob sich die erste Ausfahrt. Die Dalmatiner
arbeiten alle, aber generell ist das Tempo einfach gemächlicher als bei
uns und diese Gemächlichkeit hatte sich automatisch auf mich übertragen.
Es dauerte noch 2 Tage bis ich es schaffte, mich auf den Bock zu setzen.
Erste Ausfahrt ins Hinterland, wer stürzt hat
verloren.
Die Ausfahrt versprach Kurven ohne Ende. Das Einzige, was mich stutzig
machte war, daß kaum ein Motorradfahrer Richtung Berge abbog. Egal, ich
musste der TDM ein wenig Auslauf geben. Ich fuhr entlang des Flusses Cetina
Richtung dalmatinische Berge. Die Landschaft beeindruckt jeden Touristen.
Karges Bergland, durch das sich ein Smaragdgrüner Bergfluss windet, kaum
Verkehr und zu meiner Überraschung relativ gute Straßenverhältnisse.
Doch das änderte sich nach 10 Kilometern radikal. Dicke tiefe Löcher, die
beim Durchfahren den Lenker aus der Hand schlagen. Serpentinen, die an
einen Hindernissparcour erinnern, eng und rutschig, und einheimische Käfigtreiber,
die mit Vollgas entgegenkommen.
Ich hatte keinerlei
Informationen eingeholt und so fuhr ich einfach weiter. In jedem kleinen Dorf,
das ich durchfuhr, winkten mir die Kinder zu und die Erwachsenen warfen
bewundernde Blicke zu.
In Kroatien ist das Motorrad noch Statussymbol und
jeder Motorradfahrer in Kroatien, der was auf sich hält, hat selbstverständlich
einen offenen Topf und ein komplett umgebogenes Kennzeichen. „Unnötige“
Sicherheitseinrichtungen und Spiegel dürfen gerne weg gelassen werden. Ich
wurde irgendwo auf meinem Weg von 2 Gebückten mit Spliter Kennzeichen mörderisch
her gebrannt, die Straßenverhältnisse hätten maximal die Hälfte der
Geschwindigkeit vertragen, aber den beiden Herrschaften war dies ziemlich
egal. Mit rutschendem Hinterrad wurde mir gezeigt, wer hier Herr auf den
Strassen ist. Ich blieb auf der defensiven Seite und das war gut so. An
jeder Ecke lauerte eine neue Überraschung, mal Split mal eine Herde
Schafe, die mitten auf der Strasse offenbar auf bessere Zeiten wartete.
Nach ca. 70 km war ich schon ziemlich erledigt und machte eine kleine
Essenpause, ein Kilo Lammfleisch vom Grill und dazu einen rohen Balkanapfel
(Zwiebel) gesalzen, in Scheiben geschnitten und herrliches Weißbrot.
Die Straßenverhältnisse wurden nicht besser und so
stoppte ich in einem Dorf um
Info
rmationen einzuholen, ob dies ein Dauerzustand wäre. Der Einheimische, der
relativ gut Deutsch sprach, meinte nur ich wäre der erste Motorradtourist,
der sich seit langer Zeit in diese Gegend verirrte. Er machte mir klar, daß
die Strassen im Hinterland alle im selben Zustand wären, nämlich
beschissen. Er machte noch einen kleinen Scherz und meinte, wenn man hier
stürzt, kommt die Rettung und das Einzige, was die Sanitäter mit hätten,
wäre eine Schaufel. Zum Einen um, falls man noch am Leben wäre, dieses zu
beenden und zum Zweiten, um die Überreste gleich am Straßenrand
verscharren zu können. Haha, köstlicher Humor, ich fühlte mich deshalb
auch nicht wohler. Nach 150 km hatte ich die Schnauze voll. Ich kehrte zurück
zur Heimatbasis und das Bild des hinteren Reifens erklärte alles. Die Ränder
spiegelglatt und in der Mitte des Profils staubig. Ich war richtig froh, daß
ich die TDM als Fahrzeug hatte, die hohe Sitzposition schaffte Überblick,
das relativ weiche Fahrwerk schafft jeden noch so schlechten Untergrund und
der 900er Twin entfaltet sanft seine Kraft. Einzig die Lastwechsel waren
vor allem in den Serpentinen lästig. Ich war auch froh, dass ich die
Herrschaften mit der Schaufel nicht kennen lernen musste.
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Die TDM 900 ist eine feine Reisebegleitung, komfortabel, ausreichend
Leistung und ganz wichtig - ABS. Die Fahrweise der Einheimischen und die
teilweise katastrophalen Straßenbedingungen lassen jeden elektronischen
Helfer als Segen erscheinen. Ich persönlich empfinde Koffer als optische
Vergewaltigung aber im Sinne des Komforts und der Gepäckunterbringung ein
Traum. Ich konnte die gesamte Garderobe inklusive Badetuch, Kamera und
sonstige Sinnlosigkeiten locker in den Koffern unterbringen. Je schwerer der
Koffer desto unhandlicher wird die TDM aber das ist keine
Überraschung.
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Wunderbarer Ausblick über die Cetina, die Fahrt zum Aussichtspunkt war
beschwerlich und nicht ohne Gefahren aber lohnenswert. Für 150 Kilometer
im Hinterland benötigte ich 4 Stunden (!)
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Die Strassen im Hinterland sind nur für Einheimische mit Todessehnsucht
und Enduro Profis. Der Belag hat kraterartige Löcher die das Vorderrad
verschwinden lassen in Kombination mit Rollsplitt Passagen und einem
Asphalt der eher einem Stück Seife als Asphalt ähnelt. Dafür kann man
sich in Gaststätten feinste einheimische Spezialitäten wie zum Beispiel
"Prsut" (ähnelt dem Serrano Schinken) mit herrlichem
dalmatinischen Käse servieren lassen.
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2te Ausfahrt: die Küstenstrasse nach Dubrovnik
Nach der derben Fahrt im Hinterland hoffte ich darauf, daß wenigstens die
Küstenstrasse Richtung Dubrovnik einladender wäre. Exakt 200 km trennten
mich von meinem Ziel in Dubrovnik und ich wollte auf jeden Fall einen
Kaffee in der Altstadt trinken und dann wieder retour fahren. Die ersten
Kilometer versprachen wieder mal gute Streckenverhältnisse, doch das war
ja bei der ersten Ausfahrt nicht anders. Ich hatte das dringende Bedürfnis
anzudrücken und das geht erfahrungsgemäß nur dann, wenn die Qualität
des Asphalts nicht dem von Schmierseife ähnelt. Auf den ersten Kilometern
hielt ich mich noch an die absurden Geschwindigkeitsvorschriften von 60
kmh und die Sperrlinie trotzte mir noch Respekt ab. Aber ab Kilometer Zehn
war Schluss mit lustig. Ich zog am Kabel und überholte diverse Camper aus
Holland und sonstige Luftpumpen aus aller Herren Länder.
Wunderbar gewundene Kurven belohnten meinen Übermut und der Grip
war wie 3 Wetter Taft, er hält und hält.
Doch ich stellte die Raserei wieder ein, die
Landschaft verführt zum Bummeln mit dem Motorrad. Wunderschöne Strände
und ein Meer, das abwechselnd Türkis und Tiefblau ist, verlangsamen das
Tempo automatisch. Besonders empfehlenswert ist die Einkehr in eines der
vielen kleinen Dörfer direkt
am Meer, mit ihren hübschen Fischerhäfen und äußerst günstigen
Kaffeehäusern und Restaurants, deren Außenbereich direkt am Meer liegt.
Der kroatische Kaffee ist nicht mit dem in Österreich zu vergleichen, die
tiefschwarze Flüssigkeit weckt Tote und wird wahrscheinlich auch von
Vodoo Priestern für Zombierituale verwendet. Wer es gern ein bisschen
milder mag bestellt Kaffee mit Milch.
Auf dem Weg nach Dubrovnik wird das kroatische Staatsgebiet von einem
kleinen Streifen Bosnien und Herzegowina unterbrochen. Im Städtchen Neum
kann man besonders günstig Zigaretten einkaufen und frische Muscheln
genießen, die in Kroatien nicht erhältlich sind. Prstaci heißt die Köstlichkeit
aus den Gärten des Poseidons. Die Stange Zigaretten kostet äußerst günstige
14 Euro. Nichtraucher können billig Bekleidung und Lebensmittel erstehen.
Die Landschaft ist auch hier ein Traum, wunderbare Buchten und ein
Nationalpark erfreuen das Auge.
Die Qualität der Strassen blieb konstant gut, doch je näher ich
Dubrovnik kam, je höher war das Verkehrsaufkommen. Jedes Überholmanöver
sollte mit Verstand ausgeführt werden, es gibt keine Ausweichmöglichkeit.
Entweder Zastava 127 (LKW) oder die Felswand und im schlechtesten Fall ein
Sturz von 100 m ins Meer. Ich erhielt Gesellschaft von einer Gruppe
griechischer Motorradfahrer, deren Angstzentrum offensichtlich außer
Betrieb war. Bewaffnet mit Speed Triple, Fireblade und Kollegen und
bekleidet mit Shorts und Turnschuhen haben die Jungs blind und mit Vollgas
überholt. Ich nutzte das Vorauskommando aus Griechenland, um ebenfalls
die Schläfer auf der Strasse zu überholen.
In Shorts und Schlapfen ist eine Sache, ohne Helm eine ganz andere. Fast
jeder Einheimische, egal ob mit Tomos Moped oder Ninja hat einen Helm,
aber nicht auf dem Kopf, sondern irgendwo am Motorrad befestigt. Diese
Frage hat mich so sehr beschäftigt, daß ich bei einer Kaffe Pause das
Gespräch mit einem kroatischen Motorradfahrer suchte. Der erklärte mir Folgendes: „You
have to wear a helmet, it is the law, but the law does not say where the
helmet should be. There
is another important thing, nobody does his hair and destroys is voluntary”
Das Gesetz bietet
offensichtlich Raum zur Interpretation und es ist ganz klar- die Frisur
ist wichtiger als eine schwere Kopfverletzung. An der Stadtgrenze staute
sich der Verkehr dermaßen, daß ich
auf meinen Altstadtbesuch verzichtete und mich auf den Weg heim machte. Da
ich jetzt mehr über die Straßenqualität wusste, konnte ich das Tempo
steigern, jedoch auch dieses Mal kam es anders als erhofft. Bei der
Hinfahrt, oder besser gesagt seit dem Tag meiner Ankunft, hatte ich keinen
Polizisten gesehen, aber auf der Rückfahrt stand die Rennleitung alle 2
km und kassierte vornehmlich Touristen ab. Darauf konnte ich verzichten
und so bummelte ich relativ gelassen nach Hause. Mein Vermieter war
trotzdem erstaunt, dass ich in Summe nur 5 Stunden inklusive aller Pausen
benötigte. Ich glaube er bezeichnete mich als „Maniak „ die Übersetzung
fällt in diesem Fall nicht schwer.
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Landschaftlich hat Dalmatien viel zu bieten, karge Berge, die
traumhafte Adria, wilde Gebirgsflüße. Neben Motorradfahren empfehle ich
diverse Wassersportarten wie Tauchen und Surfen. Aber auch Mountainbike
Touren bzw. Rafting werden von Einheimischen Veranstaltern
angeboten.
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Die Insel Brac, kleine Insel, großartige
Strassen und Busfahrer die geisteskrank sind:
Die Insel Brac ist von Makarska oder Split mit der Fähre erreichbar. Der
Preis liegt bei 84 Kuna (ca. 12 Euro) für die Überfahrt auf die Insel.
Ich erreichte nach 45 Minuten Fahrt den Hafen von Sumartin und machte mich
sofort auf den Weg nach Bol mit dem berühmten Strand namens „Goldenes
Horn“. Auf Brac sind die Strassen richtiger Rock´n´Roll, griffiger
Asphalt, scharfe Serpentinen und kaum Geraden. Ich ließ die Fußrasten
auf dem kroatischen Asphalt schleifen und freute mich des Lebens. Circa
500 Meter vor mir erblickte ich einen Bus und bereitete die Inhalation des
Gefährtes vor. Mitten im Überholen entschloss sich der, offensichtlich
entmündigte, Buschauffeur dazu, mich von der Strasse abzudrängen. Ich
sah das Bankett näher kommen und noch schlimmer, dicke Felsen am Straßenrand.
Ich hatte keine Lust einen der Felsen näher kennen zu lernen. Zuerst
bremste ich panisch und dank ABS blieb die TDM in der Spur, nochmals ein
dickes Danke an die Japaner für das äußerst effiziente ABS. Um der
Gefahr zu entkommen ist die Bremse die falsche Wahl, also öffnete ich den
Gashahn und entkam der Situation, meine Augen müssen so groß wie
Bierdeckel gewesen sein und mein Puls war auf ca.2000 Schlägen pro
Minute. Ich zeigte ihm dann noch ein paar Handzeichen der internationalen
Höflichkeit und setzte die Fahr fort.
Die Strecke nach Bol beträgt 35 Kilometer und war
wirklich geil, eine Art Miniatur Südtirol und bis auf das Erlebnis mit
dem Bus sehr fein. Das „goldene Horn“ ist auf jeden Fall einen Besuch
wert. Wunderschöner Sandstrand, leider sind die Einheimischen auf die
Idee gekommen für alles Geld zu verlangen. Parken 10 Kuna, Pinkeln 5 Kuna
nur das Atmen ist gratis. Speis und Trank kosten genauso viel wie in Österreich,
also ziemlich geschmalzen. Von Bol ging es einmal quer über die Insel und
am Abend nach Sumpetar, um die Fähre nach Split zu erwischen. Brac ist
einen Ausflug wert und verfügt meiner Meinung nach über Top Strassen,
die flott gefahren werden können. Vorsicht nur vor Busfahrern, denen
alles egal ist.
Den Rest meines Aufenthaltes verbrachte ich damit am
Strand zu liegen, Bücher zu lesen, einheimisches Bier und Delikatessen zu
konsumieren und zu schlafen. Ich kann Kroatien nur empfehlen, touristisch
erschlossen aber noch nicht voll zubetoniert, freundliche Einheimische und
ein wunderschönes Meer.
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Mit der Fähre kommt man um 12 Euro von Split bzw. Makarska zur Insel
Brac. Ein Ausflug auf das Einland kann ich nur empfehlen, traumhafte
Straände und trotz der relativ kleinen Größe der Insel die besten
Kurven und den griffigsten Asphalt. Besonders angenehm- keinerlei Präsenz
der Exekutive und somit sind die Verkehrszeichen bzgl. Geschwindigkeit
oder Überholverbot nur als Vorschlag zu werten. In Acht muß man
sich nur vor den geisteskranken Busfahrern nehmen, ich hätte fast den
Karst intensivst kenngelernt.
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Hier bin ich Mensch hier schneid ich ein, frisches Lamm vom Grill ist
einfach das Allerfeinste. Dazu ein Balkanapferl aka. Zwiebel, Weißbrot
und gut is. Nachdem man 1, 5 Kilo Fleisch verspeist hat muss man
ruhen, das kann man auf einem der zahlreichen, kleinen Steinstrände
zwischen Split und Dubrovnik am Besten.
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Hier noch ein paar wichtige Infos zu Kroatien:
Geschwindigkeitslimits: Stadt: 50 kmh Überland: 90kmh Autobahn: 130kmh
Alkohol: 0,0 Promille
Rennleitung:
Selten zu sehen aber wenn dann nicht diskutieren sondern zu zahlen. Laut
Aussage einheimischer Biker spezialisiert auf Touristen.
Währung:
Kuna: der Wert eines Euros liegt im Schnitt bei 7,2 Euro. Achtung beim
Wechseln am besten nur in Banken, Wechselstuben geben oft nur 6,8 Kuna
für eine Euro.
Unterkünfte: Am Günstigsten sind "Apartmani", private
Unterkünfte die von Einheimischen vermietet werden oft mit Küche. Ich
habe 30 Euro pro Nacht bezahlt und das Zimmer war sauber und mit allem
Komfort.
Speis und Trank:
Großartige Küche, äußerst deftig und nahrhaft aber sehr lecker.
Besonders zu empfehlen frischer Fisch und Lamm vom Grill. Bestes Bier,
"Zlatorog" kommt zwar aus Slowenien aber ein feines Bierli. Vom
einheimischen Schnaps kann ich nur warnen Orahovica, Pelinkovac, Loza und
Schliwowitz sind nur was für Selbstmörder. Massakriert massenhaft
Gehirnzellen und der nächste Tag fühlt sich äußerst "krank"
an.
Sprit:
Ca. 1,14 Euro pro Liter also kein Schnäppchen.
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Links:
ÖBB
Autoreisezug Fahrplanauskunft
Kroatisches Fremdenverkehrsamt
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Text und Fotos: Der einsame Abgelederte
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