|
Immer wieder muss ich feststellen, dass ich nicht der einzige Militarist
auf rot-weiss-rotem Boden bin, für den die Form nichts anderes als eine
Folge der Funktion darstellt. Umbauspezialist Hubert Kemeter ist erste
Anlaufstelle für Anhänger dieser Kunstform, die ihr Motorrad in
Tarnfarbe tauchen und auf das Wesentlichste reduziert haben wollen.
Harley-Fahrer bilden eine große Gruppe unter Hubert K.s Kunden und der
Umbau amerikanischer Chopper kann getrost als seine Kernkompetenz
bezeichnet werden. Hin und wieder steht dann einer vor der Tür, der
Täuschen und Tarnen dem Glanz und Chrom vorzieht. Um für den Fall der
Fälle gerüstet zu sein - schließlich kann man nie wissen, wie sich die
Lage in und um Österreich entwickelt - ließ der Besitzer dieser
wunderschönen Harley eine echte Munitionskiste am Heck anbringen. Auch
die Tarnfarbe stammt original vom Heer. Der Scheinwerfer vorne verfügt
über einen Einsatz, mit dem das Licht gedimmt werden kann. Viele Teile
wurden geschwärzt. Weniger unauffällig ist der nun offene, mit Tape
umwickelte Double-Shotgun-Auspuff. Der hintere Kotflügel wurde
bearbeitet, verschweißt und ein neues Doppel-Rücklicht sowie ein
Gepäckträger angebracht. Lenker und Fußrasten wurden durch praktischere
Teile ersetzt. Der Army-Stern passt zwar nicht ganz zum österreichischen
Heereskrad, aber vielleicht ist auch das Teil der Tarnung. |