Style vs. Gravitationskraft - Die Vienna Street Rockaz nehmen den Kampf auf!
Vienna Street
Rockaz
Style vs. Erdanziehungskraft
Andreas Gottschlich
Kurt Rubik
Stefan Brokisch
Eigentlich sind die drei Jungs von den Vienna Street Rockaz ja ganz
nette Burschen. Doch wenn die drei auf ihre Yamaha R6en steigen
fliegen Ihnen die Sicherungen, und Gesetze wie jene der Gravitation oder
das der Straßenverkehrsordnung werden ganz normal außer Kraft gesetzt
(der Ordnung halber ist zu erwähnen, dass die Jungs ihre Shows und das
zugehörige Training natürlich nur auf abgesperrten Flächen ausführen).
Seit mittlerweile vier Jahren trainieren Stefan Brokisch, Andreas
Gottschlich und Kurt Rubik mehrmals die Woche miteinander. Ganz ohne
Freestyle Background griffen die drei allerdings nicht zum Bike, jeder
einzelne kann mindestens fünfzehn Jahre BMX Erfahrung mit entsprechenden
Erfolgen im Flatland vorweisen.
Trotzdem war der Umstieg alles andere
als leicht, schon alleine wenn man davon ausgeht, dass die R6 im
Vergleich zu einem BMX Bike knapp das zwanzigfache an Gewicht auf die
Waage bringt. Neben dem massiven Gewichtsunterschied hatten die Jungs
auch mit weiteren Unterschieden zwischen BMX und Superbike zu kämpfen.
So findet man etwa nur auf den wenigsten Fahrrädern eine Fußbremse vor,
außer auf Karlis geilem Bonanza Rad (aber das ist eine andere
Geschichte), die Koordination der Yamaha während der Wheelerei musste
somit komplett neu erlernt werden. Auch der beim BMX nicht vorhandene
Lenkeranschlag führte während der ersten Trainingseinheiten zu
wunderschönen Asphaltausschlägen an den Schultern und Knien der Jungs.
Aber jeder Sturz und jede Verletzung ermunterte die drei nur, weiter an
ihren Tricks zu feilen und ihre Freestyle Skills zu verfeinern. Mit
Erfolg, die Vienna Street Rockaz dürfen sich mittlerweile zu der
europäischen Freestyle Elite zählen, und beweisen das auch mit Top
Platzierungen bei internationalen Bewerben. Erst vor ein paar Wochen
räumten die Jungs bei den German Stuntdays ziemlich ab, dort holten sie
sich den zweiten Platz bei der Teamchallenge, den ersten Platz beim Last
Man Standing*. Außerdem holte sich Kurt Rubik in der Einzelwertung die
Silbermedaille.
* Last Man Standing: In einem mit Reifenstapeln
abgegrenzten Kreis (Durchmesser 30m) befinden sich 20 Fahrer die sich
mit den Füssen über den Lenker gegenseitig vom Motorrad stoßen müssen.
15 Jahre Freestyle BMX hinterlassen Spuren.
Davon leben können die Street Rockaz aber noch lange nicht, "die
einzige Einnahmequelle ist die Gage bei Showauftritten, damit können wir
aber lediglich die Anfahrtskosten und den Sprit bezahlen, Sturzschäden
und sonstige anfallende Kosten müssen wir aus eigener Tasche bezahlen."
so Stefan Brokisch "wir trainieren mindestens dreimal pro Woche, damit
wir unsere Tricks weiter verfeinern können, und um neue Sachen
dazuzulernen. Dabei geht schon einiges an Material und Sprit drauf. Vom
Freestyle Sport können in Europa nicht mal eine Handvoll Leute
leben. Wir sind schon so realistisch und setzten uns nicht als Ziel,
einmal davon leben zu können. Für uns ist es einfach wichtig, Spaß an der
Sache zu haben, wenn nun durch Showauftritte ein wenig Geld dazukommt,
freut uns das natürlich."
Reich wird man damit nicht, Spaß macht's aber trotzdem.
Einfach wird es den Jungs sicher nicht gemacht, so wurden sie schon
mehrmals von ihren Trainingsspots verjagt. Aus diesem Grund wird
auch der aktuelle Spot nicht bekannt gegeben. Andreas Gottschlich :"Wenn
wir den jetzigen Trainingsplatz verlieren, können wir unser Hobby an den
Nagel hängen, wir sind deshalb sehr vorsichtig, wen wir zu unseren
Trainings einladen."
Wer also in seinem Garten ein paar Tausend Quadratmeter Asphalt hat,
der kann
sich gerne bei den Vienna Street Rockaz melden. Kontaktdaten findet ihr
unter streetrockaz.com
Videodreh: KarolettaLambretta, Arlo (die leiwanden Sachen)
Schnitt: KarolettaLambretta
ble>
Rider Facts
Name
Kurt Rubik
Andreas Gottschlich
Stefan Brokisch
Alter
29
30
36
Beruf
Gemeindebediensteter
Elektroinstallateur
Übersetzer
Tricks
circle combos, nosewheelies
burnouts, coaster wheelies
nosewheelies, acrobatics
Nickname
Notwoods
Playboy International
Stevemachine
Action Fotos
Umbau by Motorrad Center
Hannes und Wolfgang Poljanc vom Motorrad Center mit dem
voll krassen Stunt-Umbau.
Aufgebaut wurden die Yamahas der Street Rockaz von Hannes Poljanc und
seinem Team vom Motorrad Center in Kagran. Der wichtigste Part um
die 2009er R6 Freestyle tauglich zu machen, war der Umbau des
Heckrahmens. Da das originale Heck den massiven Belastungen auf Dauer
nicht standhält, wurde das Aluheck durch ein massives Stahlheck
getauscht. Was sich nach einer kleinen Schweisserei anhört, kostete
Hannes Poljanc und seinem Team einige Nerven: "Das Heck muss im
Freestyle Einsatz enorme Belastungen aushalten, weiters war es auch
notwendig, den Rahmen so zu gestalten, dass die R6 nach einem Wheely
senkrecht stehen bleiben kann, da das bei einigen Tricks von Nöten ist.
Wir haben etliche Heckrahmen, nachdem wir sie aufgebaut haben, auf den
Müll geworfen, weil einfach irgendwelche Kleinigkeit nicht gepasst
haben".
Der Lenkungsdämpfer gibt Stabilität bei Stoppies.
Sturzkäfig schont die Geldbörse.
Davon hat das gesamte Motorrad Center Team heute noch
immer Alpträume - der Heckrahmen.
Damit die Jungs nicht nach jedem Umfaller ihr Bike in die Werkstatt
stellen müssen, wurden an den Seiten der Bikes eigene Sturzbügel
montiert, die den Rockaz noch ausreichend Spielraum für ihre Tricks
geben und bei einem Sturz diverse Motordeckel vor unhübschen Löchern
schützen.
Um die R6 in wirklich jeder Lage kontrollieren zu können, wurde
zusätzlich zur Fußbremse auch ein Bremshebel am Lenker verbaut, der die
hintere Bremse kontrollieren lässt. In Sachen Lenker und Armaturen
wurden die Yamahas komplett neu aufgebaut, so wurde die Tachoeinheit
unter den Tank verlegt, div. Schalter entweder demontiert oder am Rahmen
angebracht und die Lenkerstummeln gegen voll verstellbare Steuerelemente
getauscht.
Alle Umbauten am Motorrad sind zu 100% reversibel.
Um die R6 für die Street Rockaz fahrbar zu machen, wurde natürlich auch
die Übersetzung geändert, und ein Kit-Kabelstrang verbaut, mit dem
man die Motorleistung so hinbekommt wie es die Jungs benötigen.
Hannes Poljanc zum Umbau: "In jedem Bike stecken ungefähr 40 Stunden,
wenn man die Planungsarbeit und Fehlversuche, wie etwa beim Heckrahmen,
wegrechnet. Das Besondere daran ist, dass alle Änderungen ohne größere
Komplikationen wieder rückgebaut werden können, und die Motorräder dem
Straßenverkehr wieder Stvo konform zugeführt werden können."