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Fahr ein Tempo das Du durchhältst
Endurorennen sind wie
Marathonläufe. Du musst von Anfang an ein Tempo wählen, dass Du über die
volle Distanz halten kannst. Fahr also am Anfang nicht zu schnell, sonst
scheiterst Du in Stunde Zwei. Nach cirka 20 Minuten wirst du übrigens
wie alle Rookies den ersten Einbruch erleben. Deine Hände werden
verkrampfen und Du wirst Dich fragen wie Du das nur 2 Stunden durchalten
sollst. Bleib nicht stehen! Fahr einfach weiter, egal wie langsam, aber
fahr weiter! Du wirst dann locker, Dein Fahrstil wird runder und es
läuft wieder besser. Denn schließlich warst Du bei Deinem ersten Rennen
total verkrampft und nervös und bist die ersten Runden vermutlich im Sog
der Meute viel zu schnell gefahren.
Investiere Zeit und Energie in die Linienwahl
Bei Deinem ersten Rennen solltest
Du nicht die schnellste, sondern die am wenigsten anstrengenste Linie
fahren. Das wird dann über die volle Renndistanz auch die schnellste
Wahl sein. Aber Vorsicht! Das was in der ersten Runde noch die
einfachste Linie war, kann zum Ende des Rennens schon ein
kräfteraubender Furchenacker sein. Mach die Augen auf und suche jene
Spur auf der Strecke mit den wenigsten Buckeln und den wenigsten Rillen.
Verzichte dafür wenn nötig auch auf Kurvenspeed und fahr ganz am Rand wo
niemand fährt. Deine Arme werden es Dir danken. Augen auf! Hirn
einschalten!
Spare Kräfte bei schwierigen Passagen, gib
Feuer bei den leichten Stücken
Da Du ohnehin nicht um den Sieg
mitfährst, musst Du nicht an jeder Stelle der Strecke voll andrücken.
Dort wo viel Speed viel Kraft kostet, solltest du bewusst langsamer
fahren. Am Ende des Rennens wird die Zeitbilanz wieder stimmen. Es gibt
jedoch viele Stellen, wo Du ohne Schweiß sehr schnell fahren kannst.
Beobachte also die schnelleren Piloten und versuche Ihnen die eine oder
andere Passage zu folgen. Du wirst überrascht sein wie locker Dein
Motorrad zum Beispiel die kleinen Bodenwellen auf der schnellen Geraden
wegsteckst, wenn Du richtig Feuer gibst.
Stürze nicht!
Blöde Ansage, aber eine sehr
wichtige Regel. Denn ein Sturz kostet nicht nur jene Zeit die Du fürs
Aufrichten brauchst, sondern verfolgt Dich dann noch eine ganze Runde
lang. Dein Puls schnellt beim Sturz und beim Aufrichten des Motorrades
nach oben und Dein Leistungsvermögen sinkt gewaltig. Du kannst also mit
gutem Gewissen viel Zeit in vorsichtige Fahrmanöver investieren, die
einen Sturz vermeiden. Solltest Du trotz Deiner guten Vorsätze stürzen,
musst Du danach unbedingt Deinen Puls nach unten bringen. Mache keine
Pause, sondern fahre langsam weiter. Atme bewusst sehr ruhig, tief und
gleichmäßig und nimm mal einen großen Schluck aus dem Trinkbeutel.
Richte den Blick wieder weit nach vorne und löse bewusst jede
krampfartige Haltung am Motorrad.
Bleib niemals stehen!
Auch wenn Du müde bist, versuche
zumindest ganz langsam weiter zu fahren. Dann findest Du wieder Rhytmus,
Du wirst lockerer und kannst sobald Du Dich wieder fit fühlst das Tempo
steigern. Wenn Du stehen bleibst verlierst Du zum Einen zu viel Zeit und
kommst zum Anderen aus dem gewohnten Rhytmus. Die Erhohlung nach dem
Stehenbleiben ist nur von äußerst kurzer Dauer.
Nutze die Stärken Deines Motorrades um Deine
Schwächen auszugleichen!
Jedes Motorrad hat seine starken
Seiten. Du musst jedoch vor dem Rennen Dein Hirn einschalten und Dir
Gedanken über die Strecke, Deinen Fahrstil und Dein Motorrad machen.
Dann kannst Du bewusst Streckenabschnitte ganz anders fahren also Du sie
mit purem Instinkt und ohne Überlegungen angegangen wärst. Meine
Husaberg 570er ist zum Beispiel ein irre starkes Motorrad, das aber
trotzdem recht handlich ist. Ich selbst trainiere leider viel zu wenig
und bin ein echter Loser in den Anliegern. Es ist mit der Husaberg in
vielen Situationen aber gar nicht nötig, den Anlieger mit Schwung zu
nehmen. Ich nehm die Kurve spitz und schenk danach ganz mächtig ein. Mir
persönlich macht die harte Beschleunigung nichts aus und so komm ich
viel besser durchs Rennen, als wenn ich bei den Furchen im Anlieger zu
Boden gehe. Du musst also Dein Motorrad und Dich selbst kennen und Du
wirst überrascht sein wie viele Streckenabschnitte sich auch ganz anders
lösen lassen. Mit Deinem leichten Zweitakter zum Beispiel, kannst Du vor
allem in den Bergab-Passagen billig Zeit gutmachen. Lass die Fuhre
laufen, sie lässt sich leicht manövrieren und am Ende des Hanges auch
wieder leicht einfangen. In diesen Streckenabschnitten bist Du dann ohne
mehr Schweiß schneller als bessere Kollegen auf schwereren Motorrädern.
Klingt alles ganz logisch, trotzdem vergisst man in der Hitze des
Gefechtes auf solch grundlegende Dinge. |