6 brandneue Tausender und ein alter Testfahrer am pannonischen Asphalt. Klaus G. birnt die Kroaten.
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1000er Supersport Test |
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Einen 1000er Supersportler Test
auf die Beine zu stellen ist kein Leichtes nicht. Dazu Bedarf es einiges
an Aufwand. Zunächst müssen die wichtigsten Vertreter der aktuellen
1-Liter Kollektion verfügbar sein. Und das sind sie nie. Dann muss man
diese Geräte natürlich auch von den Importeuren und Händlern abholen,
was entsprechendes Transportgerät voraussetzt. Und schliesslich sollte
man die Kaliber in ihren ureigensten Gewässern schwimmen lassen, auf der
Rennstrecke. In Summe also ein beinahe unmögliches Unterfangen und ohne
den richtigen Partner kaum durchzuführen. (Jetzt wißt ihr, wie verdammt
hart dieser Job sein kann.)
Glücklicherweise haben wir ihn gefunden, den richtigen Partner, und
zwar das kroatische Motorradmagazin „Motopuls“. Der Boss von Motopuls
hat nämlich die sympathische wie beneidenswerte Eigenschaft, dass er
sich alle neuen Tausender der Saison nicht bloss borgt, sondern ganz
einfach kauft. „Ich konnte mir nie irgendwelche Motorräder leisten. Mein
Bruder und ich hatten damals eines gemeinsam. Doch jetzt ist etwas mehr
Geld da, jetzt kaufe ich mir alle Motorräder, die ich haben will. Aber
nur Supersportler.“ A eh nur. Das eliminierte fast alle vorhin genannten
Probleme. Testen wollten sie die Motorräder zu unserer Freude nicht vor
ihrer Haustüre in Rijeka, sondern vor unserer Haustüre am Pannoniaring.
Das Motopuls Team reiste mit 2 Transportern, 3 PKWs, 6 Fahrern, 2
Fotografen, einem Kameramann und etlichen Freunden an. Ich konnte ja
nicht glauben, dass sie wirklich alle Japaner (Suzuki GSX-R 1000, Honda
Fireblade, Yamaha R1, Kawasaki ZX-10R) und zwei Italiener (Ducati 1098
und Aprilia RSV 1000) geladen hatten. Doch sie hatten! Der Blick in die
Transporter ließ mich schaudern. Die 07er Suzi in Blau-Weiss, die Honda
in der 07er Repsol Lackierung, eine rot-weisse R1, die Kawa in Grün, die
Duc im uniformen Rot und ganz schockierend - die Aprilia im Replica
Lack, davon gibt’s genau 200 weltweit. Also wirklich alle komplett neu.
Die brandneuen Lederkombis der 6 Fahrer hingen fein säuberlich daneben,
auch der Rest der Fahrerausrüstung war neu, neben der Videokamera der
Kroaten wirkte unsere wie aus der Nachkriegszeit. Auch unser Testfahrer,
Klaus Grammer, sah mit seinem komplett zerfetzten, verschmierten
Leder aus dem 20. Jahrhundert nicht gerade professionell aus. Doch der
Schein trügte, unser abgesandelter Klausi brannte sie alle her. Es ging
aber nicht um's Herbrennen, sondern um 6 der stärksten und schnellsten, serienmäßig
käuflichen Motorräder unserer Welt. |
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Aprilia RSV 1000 |
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Begonnen haben wir mit dem motorisch
schwächsten Bike in der Reihe, der Aprilia RSV 1000. Als
Zweizylinder ist die Ducati ihr direkter Konkurrent und nicht nur auf
dem Papier fehlen der Aprilia fast 20 PS auf die Duc. Interessiert
Normalsterbliche aber eher wenig, 143 PS aus zwei Zylindern sind
meistens mehr als genug, noch dazu, wenn der Motor so vehement und
druckvoll
bis in den Begrenzer schiebt wie der 1000er der Aprilia.
Daß sie nicht so leicht in den Himmel steigt ist sicher ein Vorteil,
dass sie sehr lang übersetzt ist, eher nicht. Am Pannoniaring braucht
man nicht mal den 5. Gang. Viel wichtiger aber als grenzenlose und für
99 Prozent von uns nicht mehr fahr- bzw. nutzbare Leistung ist das
hervorragende Fahrwerk der RSV. |
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Besonders die Gabel arbeitet beispiellos, kein
Wunder, wenn hier serienmäßig Öhlins montiert ist. Sie ist sehr
straff, taucht nicht tief ein, spricht trotzdem sensibel an. Auch ohne
Lenkungsdämpfer fängt sich das Vorderrad, wenn du mal etwas schräger in
die Kurve gehst.
Das Sachs Federbein steht dem in nichts nach,
beide Komponenten verrichten bestens ihren Dienst und könnten ruhig noch
20 PS mehr vertragen. Wer also auf Motortuning setzt, muß nicht sofort
ins Fahrwerk investieren.
Etwas Nachdruck verlangen die Bremsen, bei denen man schon kräftig
zupacken können muss. Nichts Neues bei Italienerinnen. Die größte
Schwierigkeit bei der Handhabung entsteht allerdings durch den irrsinnig
langen Tank. Für 1.80m unangenehm, für 1.70m unmöglich. Man liegt
aufgespannt am Tank wie im Dark Room der Blue Qyster Bar. Hier
fühlen sich nur echte Racer wohl, für alle anderen zumindest
gewöhnungsbedürftig.
Das Wesentliche und Entscheidende bei dem von
uns getesteten Modell war aber die Tatsache, dass es sich dabei um eines
von 200 Modellen in der einzigartigen Replica Lackierung handelte.
Die Farbkombination Flieder-Rot-Weiss mit einem grünen Klecks hört
sich zwar homoerotisch an und ist sicher schwere Geschmackssache, mich
hat die Kriegsbemalung jedenfalls schwer beeindruckt, weil sie so anders
aussieht. Für mich persönlich der stärkste Auftritt von allen
Tausendern, das zählt out-on-the-streets und in-front-of-the-Eissalon
sicher mehr als auf der Rennstrecke. Schwer verliebt. |
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Technische Daten Aprilia RSV 1000 |
| Motor
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Flüssigkeitgekühlter
2-Zylinder-60 Grad- V- Motor |
| Hubraum |
998 ccm |
| Leistung |
105 kW (143 PS) bei
10.000/min |
| Drehmoment |
103 NM bei 8000/min |
| Bremsen vorne |
2 Scheiben; 320 mm |
| Bremsen hinten |
1 Scheibe; 220 mm |
| Räder |
vorne: 120/70 ZR 17
hinten: 190/50 ZR 17 |
| Sitzhöhe |
810 mm |
| Radstand |
1.410 mm |
| Gewicht trocken |
189 kg |
| Tankinhalt |
18 Liter |
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Ducati 1098 |
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| Bei unserem letzten Test der 1098 hatten wir
die S Version mit Öhlins Teilen ausgefasst. Überraschte niemanden,
dass sowohl Motor als auch Fahrwerk überzeugen konnten. Nun stand das
Standard Modell vor uns, mit Showa Komponenten, vorne wie hinten
verstellbar in Zug-, Druckstufe und Vorspannung. Keine schlechten Teile,
aber mit 160 PS aus 1099 Kubikzentimetern Hubraum muß man erst mal
zurecht kommen. Doch beginnen wir von vorn.
Zunächst sitzt man um Vieles angenehmer als auf der Aprilia, die
Fußrasten liegen tiefer, der Tank ist schmäler und kürzer, die gesamte
Haltung ist viel entspannter. Ist ja wichtig, dass man sich wohl fühlt.
Zudem hat man auf der Ducati mehr Bewegungsfreiheit. |
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Die Motorleistung ist Segen und Fluch
zugleich. Im Gegensatz zu der RSV hat man mehr Mühe das Vorderrad am
Boden zu halten, die Leistung ist horrend und scheint das Fahrwerk
teilweise etwas zu überfordern. Wir hatten leider zu wenig Zeit uns bis
ins Detail
mit den Einstellungen am Fahrwerk zu beschäftigen, der Lenkungsdämpfer
war jedoch deutlich überfordert, das Lenkerschlagen
war sehr störend. Mit etwas Setup-Arbeit kriegt man das zwar sicherlich
im Griff, doch sowohl die anderen Motorräder als auch die S-Version
zeigten vor wie es auch fertig aus der Kiste gehen kann. Obwohl die Duc gegenüber der Aprilia einen Gewichtsvorteil
von 16 Kilogramm genießt (Trockengewicht 1098: 173 kg, Aprilia: 189 kg),
verlangt sie nach mehr Engagement am Kurveneingang und beim weiten
Hineinbremsen. Die größte Stärke der Duc liegt in der unendlichen
Leistung in allen Lebenslagen, die Bremsen stellen das ebenbürtige
Gegenstück zur brutalen Power dar. Hydraulische Zweischeibenbremsanlage
mit schwimmenden 330 mm Brembo Bremsscheiben und 2
Radial-4-Kolben-Monoblock-Zangen. Eine Wand. Am Bemshebel ist ebenso
Vorsicht geboten wie am Gasgriff.
Es ist sicher nicht so, daß alle wegschauen, wenn
man mit einer 1098er vor dem Gelati-Stand Platz nimmt. Besonders die
gelbe Variante dürfte gierige Blicke anziehen wie ein Elektromagnet
Eisenspäne. Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha sind japanische
Motorräder, Ducati ist eine Legende. Die Preise auch. So ist das eben. |
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Technische Daten Ducati 1098 |
| Motor |
2-Zylinder
Testastretta; 4-Takt Benzin-Einspritzmotor mit Wasserkühlung |
| Hubraum |
1099 ccm |
| Leistung |
160 PS bei 9.750
U/min. |
| Drehmoment |
123 NM bei 8.000
U/min. |
| Bremsen vorne |
vorne schwimmende 330
mm Bremsscheiben |
| Bremsen hinten |
feststehende 245 mm
Bremsscheibe |
| Räder |
vorne: 120/70-ZR 17
hinten: 190/55-ZR 17 |
| Sitzhöhe |
820 mm |
| Radstand |
1430 mm |
| Gewicht trocken |
173 kg |
| Tankinhalt |
15,5 l |
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Suzuki GSX-R 1000 |
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| Leistung, Leistung und noch mal Leistung.
Wer die 2005er GSX-R 1000 gefahren ist, der wird sich schwer vorstellen
können, dass es noch härter geht. Doch es geht. 185 PS klingen
erschreckend und fühlen sich auch so an. Die einzige Sicherheitsreserve,
die man hat, sind die zwei wählbaren Modi, die das Biest elektronisch
zähmen. Im Modus B spricht das Gas nicht ganz so direkt an. Die Leistung
bleibt zwar gleich, kommt aber nicht so brutal wie eine Rechte von
Tyson, sondern mehr wie eine Linke von Klitschko. Für eine tatsächliche
Leistungsbeschneidung sorgt Modus C. Da reissen plötzlich 50 PS weniger
an der Kette, für echte Männer undiskutabel und ausschliesslich bei
Glatteis erlaubt. Den eigentlichen Charakter der 1000er GSX-R erfährt
man nur im Modus A. A wie Gib-mir-ALLES, wie ALL-You-Can't-Eat oder
einfach wie AAAAHHHH! |
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| Sogar Meister Klaus war
erschrocken, erstaunt und erfreut über die gnadenlose Power aus dem
Suzuki Reaktor. Kraft ohne Anfang und ohne Ende. Ist dieses Motorrad
Gott? Wir senken unser Haupt jedenfalls in Ehrfurcht vor dieser
Allmacht. Soviel Leistung kann einen leicht überrumpeln und wer
vor der Kurve feststellt, daß er letztes Mal an dieser Stelle 20 km/h
langsamer unterwegs war, der muß nicht nur fest bremsen, sondern ebenso
die Gänge schleunigst Richtung abwärts durchfetzen. Da bleibt natürlich
keine Zeit mehr, auch noch eine Anti-Hopping-Kupplung zu installieren.
Deshalb hat man die bei Suzuki schon vorher eingebaut. Wird nicht nur
Stress am Kurveneingang sondern auch die eine oder andere Brez'n
vermeiden helfen. Und wo wir schon beim Thema sind. Der Gedanke, daß bei
einem Abgang mit großer Wahrscheinlichkeit einer der beiden Töpfe
hinüber ist, ist kein guter. Um die Optik der neuen Gixxer gab es
auf 1000PS schlimmere Debatten als im Parlament, wenn auch nicht so
unzivilisiert und ausfällig. Für das innerstädtische Prolieren würde ich
auch nicht unbedingt die blau-weisse nehmen, zu harmlos, aber bei der
schwarzen oder der schwarz-orangen Version kommt die Angst, die 185 PS
verbreiten, sehr schön bildlich rüber. Und eigentlich kommt sowieso nur
die
Yoshimura Edition in Frage. |
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Technische Daten Suzuki GSX-R 1000 |
| Motor |
4-Zylinder
Reihenmotor, 4-Takt, 16 V, wassergekühlt |
| Hubraum |
999 ccm |
| Leistung |
185 PS/136 kW bei
12.000 U/min |
| Drehmoment |
116,70 NM bei 10.000
U/min |
| Bremsen vorne |
2 Scheibenbremsen
310mm |
| Bremsen hinten |
1 Scheibenbremse
220mm |
| Räder |
vorne: 120/70 ZR 17
hinten: 190/50 ZR 17 |
| Sitzhöhe |
810 mm |
| Radstand |
1.415 mm |
| Gewicht trocken |
172 kg |
| Tankinhalt |
18 l |
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Honda CBR 1000 RR Fireblade |
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Nach der Fahrt mit der Fireblade musste
Testpilot Klaus eine Zeitlang nachdenken. Er braucht zwar sonst auch
länger beim Denken als "normale" Menschen, doch diesmal war es besonders
lang. Was war denn jetzt besonders zu bemerken bei der Blade? Oder war
etwa was besonders
schlecht? Hm. Nachdem sich sein Körper wieder begann zu bewegen drehte
er sich zu mir und stellte etwas kapitulierend fest „Es ist eine Honda!“.
Alles funktioniert gut, nichts funktioniert
nicht, kein Element tut sich hervor, alle stehen in einer Reihe. Na
doch, eine Eigenschaft sticht tatsächlich hervor. Die Wirkungsweise des
Lenkungsdämpfers dürfte die effektivste aller getesteten Modelle sein.
Tut eigentlich genau das, was wir von einem Lenkungsdämpfer erwarten.
Verdammt, wenn einer einfach nur seinen Job macht, ist das dann was
Besonderes?
Die CBR ist zwar nicht die
stärkste im Feld, aber sie macht die Leistung am besten nutzbar. Ein
starkes Motorrad zu bauen ist keine Kunst, ein fahrbares da schon eher
und wenn auch noch viel Leistung fahrbar gemacht werden soll, dann
reden wir von der höchsten Kunst im Motorradbau. Die Fireblade steht nun
im vierten Jahr bei 172 PS. Und selbst wenn die 172 PS des 2006er
Modells effektiver sind als die des Vorgängermodels fordern wir mehr PS
im kommenden Jahr. Einfach so, für's Ego. Wer übrigens von einer 600er
auf eine 1000er umsteigen möchte, der ist mit der Honda am besten
bedient. Im diesem Jahr noch die kontrollierbarste Tausender.
Sonderlackierungen sind so eine Sache, wie die
Movistar Lackierung der 600er CBR oder eben die Repsol Replik der
Fireblade. Für die einen ein Graus (Do moch i Werbung mit ana fahrenden
Litfaßsäule und donn sull i a no mehr zoin), für die anderen ein
Augenschmaus und das einzig wahre Make-Up für einen Supersportler.
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Technische Daten Honda CBR 1000 RR Fireblade |
| Motor |
Flüssigkeitsgekühlter
Vierzylinder-Viertakt Reihenmotor |
| Hubraum |
998 ccm |
| Leistung |
172 PS (126 kW) bei
11.250 U/min |
| Drehmoment |
115 NM bei 10.000
U/min |
| Bremsen vorne |
320 mm
Doppelscheibenbremsen mit Vierkolbenbremszangen |
| Bremsen hinten |
220 mm
Einscheibenbremse mit Einkolbenbremszange |
| Räder |
120/70 ZR 17 M/C;
190/50 ZR 17 M/C |
| Sitzhöhe |
831 mm |
| Radstand |
1.405 mm |
| Gewicht trocken |
176 kg |
| Tankinhalt |
18 l |
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Kawasaki ZX 10 R |
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| Die 10er Kawa hat ihren
Schrecken verloren und das ist gut so. Die Leistung ist feiner und
leichter dosierbar als noch beim 2004er Modell. Wer sich jetzt in der
Gasstellung vergreift, dem droht nicht der sofortige Abstieg. Und das,
obwohl die große Ninja mit RAM-Air 185 leistet.
Doch nicht nur der Gasgriff kontrolliert die Leistung, sondern auch
Fahrwerk, Kupplung, Getriebe und Bremsen. Beim Runterschalten kommt uns
auch hier eine Anti-Hoppla-Kupplung zu Hilfe, die bei den grünen
Supersportlern schon zum Standard gehört. Da können sich andere Marken
ein Vorbild nehmen. Der nun serienmäßige Öhlins Lenkungsdämpfer steht
uns gut ins Gesicht und beruhigt nicht nur unsere Hände. |
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Die Bremsen arbeiten zwar gut, im direkten Vergleich mit den anderen
1000ern merkt man allerdings, daß hier vorne nur 300er Scheiben montiert
sind. Für uns Frühbremser unwesentlich, für Racer am letzten Meter
entscheidend. Lösung: Wer am Kurveneingang verliert holt sich die
Führung am Ausgang wieder zurück. Die ZX-10R sieht zwar durch das
runde Design und das bullige Heck etwas behäbig aus, ist aber
überraschend leicht in die Ecke zu bringen (nicht um die Ecke). Der
Grund für die geschwollene Form heißt übrigens Luftwiderstand. Vor dem
Eissalon sind diese Qualitäten nur leider schwer zu vermitteln, auf der
Rennstrecke wird das grüne Biest aber sicher niemand auslachen. |
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Technische Daten Kawasaki ZX-10 R |
| Motor |
Flüssigkeitgekühlter
4-Zylinder-Viertakt Reihenmotor |
| Hubraum |
998 ccm |
| Leistung |
128,4 kW ( 175 PS )
bei 11.700 U/Min.
135,3 kW (184 PS) mit Ram Air |
| Drehmoment |
115 NM bei 9.500 U/min |
| Bremsen vorne |
zwei halbschwimmend
gelagerte "WAVE DISCS", 300mm |
| Bremsen hinten |
220 mm "WAVE DISC" mit
Einkolbenbremssattel |
| Räder |
vorne: 120/70 ZR 17
M/C hinten: 190/50 ZR 17 M/C |
| Sitzhöhe |
825 mm |
| Radstand |
1.385 mm |
| Gewicht trocken |
175 kg |
| Tankinhalt |
17 l |
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Yamaha R1 |
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| Eines hat sie sicher. Den
Titel der schönsten 1000er aus Japan, wie unsere Umfrage auf 1000PS
ergeben habt. Das Design der R1 hat immer gepaßt, seit Anbeginn der
Modellreihe hat man sich keine gröberen Schnitzer erlaubt. Yamaha traf
und trifft damit den Nerv der Supersportgemeinde.
Die erste R1 darf als Meilenstein der 1000er Supersportler
bezeichnet werden. Mit jeder Generation wird versucht, die vorige in
allen Belangen zu übertreffen. Besonders gelungen ist das beim aktuellen
Modell mit der Dosierbarkeit der Kraft am Kurvenausgang. Normalerweise
die heikelste Phase beim Fahren mit einem starken Motorrad, greifen
einem bei der Yamaha nun zahlreiche elektronische Helferlein unter die
Arme. |
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| Wer nun glaubt, dem Fahrer würde
jegliche Kontrolle entzogen und wir müssen nur noch hirnlos am Gas
ziehen, weil der rasende Rechner eh alles von alleine macht, der irrt.
Bei 180 PS kann man sich nach wie vor schwer vergreifen. Und auch sonst
verlangt die R1 nach einigem Engagement von Fahrerseite, zu einer
glücklichen Beziehung gehören eben immer zwei. Die Innenlinie trifft man
mit der 07er R1 nicht so leicht wie mit dem Vorgängermodell und auch
nicht so leicht wie z.B mit einer Mille oder einer Honda. Und wenn man schon nicht
so gut aussieht wie eine R1, dann sollte man ihr wenigstens zeigen
können, daß man es ihr auf der Rennstrecke ordentlich besorgen kann. |
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Technische Daten Yamaha R1 |
| Motor |
flüssigkeitsgekühlter
4-Zylinder-4 Takt Motor |
| Hubraum |
998 ccm |
| Leistung |
132,4 kW ( 180 PS )
bei 12.500/min (ohne RAM Air) |
| Drehmoment |
112,7 NM bei
10.000/min (ohne RAM Air) |
| Bremsen vorne |
2 Scheiben: 310 mm |
| Bremsen hinten |
1 Scheibe: 220 mm |
| Räder |
vorne: 120/70 ZR 17
M/C hinten: 190/50 ZR 17 M/C |
| Sitzhöhe |
835 mm |
| Radstand |
1415 mm |
| Gewicht |
177 kg |
| Tankinhalt |
18 l |
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Welches Bike für wen? |
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| Gut und schnell sind sie
alle. Doch trotzdem ist es so, dass es für jeden Typ von
Motorradfahrer eine 1000er gibt, welche besonders gut zu ihm
passt.
Wer relativ pragmatisch und ohne PS-Druck am Stammtisch viele
Runden auf der Rennstrecke drehen möchte, um die Rundenzeiten
scheibchenweise nach unten zu schrauben, ist mit einer RSV Mille
oder einer Honda Fireblade besonders gut dran. Diese beiden
Motorräder sind auch DER Tipp für den vorsichtigen Umstieg aus
der 600er Klasse.
Die Ducati legt die Leistungslatte für die 2-Zylinder sehr
hoch. Auf der Strasse ist die 1098 ein traumhaftes Gerät, wer
auf der Rennstrecke schon die S-Version gefahren ist möchte sie
nicht mehr missen. Ist wie beim Autokauf. Der skrupellose
Autokeiler gibt Dir bei der Probefahrt immer die vollausgestattete Variante. Klar wird dann trotz guter Vorsätze
nicht die Schnorreredition mit Stoffsitzen gekauft. Die S ist
leider genau um das besser was sie auch mehr kostet. Italo-Fans
welche mit den großen Jungs aus Japan mitspielen möchten, haben
keine andere Wahl als die Ducati. Der einzige 2-Zylinder, der
auch auf der Geraden nicht wirklich abreißt.
Kawasaki ist wie Honda im zweiten Modelljahr und kann diesen
Nachteil aber nicht mit einer Sonderedition wett machen. Kein Schicki-Micki-Racer sondern ein effektives Motorrad, welches
anders als die Optik vermuten lässt für die Rennstrecke
entwickelt wurde. Keine halben Sachen bei Lenkungsdämpfer,
Fahrwerk und Anti-Hopping.
Yamaha punktet mit High-Tech und Design. Die R1 wird mit
elektronischen Schmankerln fahrbar gemacht und leistet sich
trotz Euro 3 keine optischen Schnitzer.
Wer schon in der Sandkiste den Bagger mit der größten
Schaufel hatte kommt auch 2007 nicht an der Suzuki vorbei.
Prüfstandsausdruck, Leistungsangabe und Fahrereindruck stimmen
hier überein. Zur Zeit die stärkste 1000er.
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Interessante Links:
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Bericht: kot, NastyNils
Fotos: Motopuls |
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