Triumph schließt zur Konkurrenz auf und ist dennoch irgendwie konkurrenzlos. Individualismus ohne Abstriche.
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Triumph Daytona 675
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Die Muschis kommen zu dem Kater, der am
schönsten schnurrt. Und das ist im Moment die Daytona 675.
Man fragt sich, wieso man bei Triumph da nicht
schon früher drauf gekommen ist. Warum man es zuerst mit einem
Vierzylinder versucht und gegen die Japaner abgebissen hat. Never change
a winning team - und wenn dieses Team aus drei Zylindern besteht, dann
erst recht nicht! Aber jetzt ist alles gut und wir möchten die
Vergangenheit vergessen.
Man hat sich also auf seine Stärken besonnen und
nun ist Daytona gleich Triple ist gleich Daytona. Kein Vierzylinder mehr,
kein 650er oder 600er. Die neue heißt 675 (keine schöne Pseudozahl,
wirklich 675 Kubikzentimeter) und dürfte den Japanern zum ersten Mal
soviel Angst machen wie uns Freude. Was das sonst noch bedeutet, sollte
auch klar sein: Eine kleine Speed Triple. Das heißt, wenn Triumph
weiterhin so intelligente Entscheidungen trifft, wie die, in der
Supersport-Mittelklasse mit einem Dreizylinder anzugreifen.
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Denn mit einer Spitzenleistung von 123 PS bei
12500 U/min und einem maximalen Drehmoment von 72 Nm bei 11750 U/min hat
die jüngste Daytona ordentlich an Schmalz zugelegt. Das spürt man nicht
nur, das fährt in Mark und Bein wie eine gnadenlose Ischias Attacke. Schon
in tiefen Drehzahlbereichen baut sich ungewöhnlich viel Druck auf, der
bis zum Begrenzer nicht nachgeben will.
Um diesen Schub wieder umzukehren wirken vorne zwei
radial verschraubte, von einer Radialpumpe betätigte
Vierkolben-Festsättel auf schwimmende 308-mm Scheiben, hinten fristet
eine 220er Scheibe ihr einsames Dasein. Die Bremse verzögert direkt und
auf Wunsch unerbittlich. Für den Kontakt zur Strasse
sorgen Pirelli Dragon Super Corsa Pro-Reifen vom Typ "Das kann nicht
strassenzugelassen sein" in den Dimensionen 120/70 ZR17 vorn und
180/55 ZR17 hinten. Arbeiten genauso gut, wie sie aussehen. Wer möchte,
kann damit gerne die mit der 675 theoretisch möglichen 57° Schräglage
austesten. Die Sitzposition ist bei der
Daytona aufgrund des tiefen Lenkers zwar sehr sportlich (wie sollte es auf
so einem Motorrad auch anders sein?), dafür paßt die Geometrie zu einer
breiten Anzahl von Fahrergrößen, von M bis XL. Und auf Supersportlern
sind wir schon weitaus unbequemer gesessen, ja, eigentlich kann man hier
schon fast von bequem reden.
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Schnipp, schnapp, Kurve ab. So scharf
wie ihre Kanten sind, schneidet die 675 die Radien.
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Diesmal fungierte der Abgelederte als
Stuntfahrer für kot, der eine andere Szene drehen mußte.
Seltsamerweise riskierte er dabei deutlich weniger, als kot selbst. Sehr
ungewöhnlich.
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Das Fahrwerk funktioniert und harmoniert
hervorragend mit dem Motorrad, Kurven werden präzise durchzirkelt,
als wäre man plötzlich zu einem besseren Fahrer avanciert, dabei ist es
hier das Instrument, das den Durchschnittsspieler zum Virtuosen macht,
während es die schönste Melodie der Welt spielt.
Immer wieder lasse ich die Drehzahl abfallen, um
unmittelbar darauf das Gas wieder aufzureissen. Rööaar! Das hat
schon was, so ein Dreizylinder-Gebrüll. Etwas Aphrodisierendes. Oder
Erotisierendes. Was weiß ich, auf jeden Fall macht es unheimlich geil.
Und zwar offenbar nicht nur den Fahrer, sondern auch alle anderen mit
einem intakten Gehör.
Es war eindeutig und nicht zu leugnen.
Selbst eingefleischte Zweiradignoranten und Motorradverneiner begreifen das
Neue, das Unbekannte, das Besondere. Sie erkennen das fehlende Glied in
der alltäglichen 1-2-4 Zylinder Reihe, den Dreiklang des Dreizylinders. Vielleicht, weil sie für die Akustik
aus der Zweiradwelt sensibilisierter sind als übersättigte Enthusiasten
wie wir. Da drehen sich Leute nach dir um, von denen du nicht gedacht
hättest, daß sie sich überhaupt noch bewegen. Von der alten Krücke bis
zum artikulationsunfähigen Kleinstkind - alle scheinen diese universelle
Sprache aus dem Auspuff zu verstehen.
Aber das Beste war, als ich mich gerade
einer vorwiegend weiblich, jung und attraktiv bestückten Touristengruppe
näherte und zwei der Rehlein aufgescheucht auf die Straße hüpften, weil
sie es nicht mehr erwarten konnten, zu sehen, was da für ein scharfer
Bock angetrabt kam. War ein Wahnsinn, sowas hatte ich noch nie erlebt. Die
Vibrationen dürften denen geradewegs in die Mitte gefahren sein. Wollte eigentlich stehen
bleiben....(warum bin ich eigentlich nicht stehen
geblieben??!!!!)
Man stelle sich nur vor, ich wäre mit dem lauteren Nachrüstauspuff oder
gar der noch lauteren (und nicht zugelassenen) Arrow Komplettanlage
unterwegs gewesen. Die reinste 'Mausefalle', dieses Gerät. Ein guter
Grund, es zu kaufen. Neben all den anderen Gründen. Schön
ist jedenfalls, daß man jetzt für Individualismus keine Abstriche mehr
machen muß, sondern ganz vorne mit dabei ist.
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Der digitale Tacho : Geschwindigkeit,
Durchschnittsverbrauch, Laptimer für 99 Runden mit Memory-Funktion,
Ganganzeige und programmierbare Schalt-LEDs, die sehr schön anzusehen
sind (weil Blue ist meine Lieblingsfarbe)
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Drei Löcher für drei Zylinder.
Hinweis für Unwissende im Windschatten. Für noch mehr musikalischen
Genuß empfiehlt sich das Nachrüstrohr (Probleme wahrscheinlich) oder
gleich die Komplettanlage in Titan von Arrow (Probleme garantiert).
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Alu-Brückenrahmen, dessen Oberzüge
über dem Motor verlaufen. Damit konnte die schmale Bauweise des Dreizylinders
besser genutzt werden.
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Filigrane, elegante
Leichtmetall-Schwinge
aus zwei Gussteilen. Auch das Felgendesign ist neu
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Böser Blick: Graphics aus dem
Zubehörkatalog machen ernst
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Carbon-Teile und das Scharfe wird noch
schärfer.
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Hallo Desmosedici. Ich war zuerst da!
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Zum Schluß bleibt noch zu hoffen, daß hier
Hans von Hänschen lernt und wir kommendes Jahr die große Daytona in
ähnlicher Schnittigkeit erleben.
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Scorched Yellow |
Tornado Red |
Graphite |
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Technische Daten Triumph Daytona 675 |
| Motor |
Flüssigkeitsgekühlter
DOHC-Reihen-Dreizylindermotor |
| Hubraum |
675 ccm |
| Bohrung / Hub |
74.0 x 52.3mm |
| Verdichtung |
12,65:1 |
| Leistung |
90 KW (123 PS) bei 12.500 U/min-1 |
| Drehmoment |
72Nm bei 11.750 U/min-1 |
| Gänge |
6 |
| Rahmen |
Leichtmetall-Brückenrahmen |
| Radaufhängung vorne |
41 mm Upside-Down Telegabel,
einstellbar in Federbasis, Zug-und Druckstufendämpfung |
| Radaufhängung hinten |
Zentralfederbein, einstellbar in
Federbasis, Zug-und Druckstufendämpfung |
| Bremse vorne |
2 x 308 mm schwimmend gelagerte
Scheiben |
| Bremse hinten |
220 mm Scheibe,
Einkolben-Schwimmsattel |
| Reifen vorne |
120/70 ZR 17 |
| Reifen hinten |
180/55 ZR 17 |
| Sitzhöhe |
825 cm |
| Trockengewicht |
165 kg |
| Tankinhalt |
17 l |
| Preis |
11.990.- |
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Interessante Links:
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Text: kot
Fotos: 1000ps, Triumph
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