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Während NastyNils einen Podcast nach dem
anderen produziert unterliegt derGlu seinem Problem der geistigen Umnachtung
und verwechselt wieder einmal alles. So endet derGlu nicht auf einer schönen
Küstenstraße Spaniens, sondern findet sich beim Wiener Privatradiosender
88.6 wieder.
Nils faucht heiser ins Telefon, dass er
für mich nun keine Zeit hätte. Er sei gerade zum Eisentesten in Spanien. Ich
solle eine Geschichte über Motorrad-Touren machen – und das flott.
Na gut, denke ich mir. Motorrad-Touren.
Das schaffe ich doch mit links. Erst einmal ein paar Motorrad-Touren suchen.
Und wo findet man die? Na klar, im Radio. Dort geben sich die
Motorrad-Touren doch ständig das Mikro in die Hand. Also kurzerhand bei 88.6
angerufen und gleich einmal laut nach dem Chef vom Sender, Ricky McKenna
verlangt. Natürlich scheiterte ich bereits an Chefsekretärin Sonja
Turnschuh. Kein Durchkommen zum Chef. Also erzählte ich ihr, was ich will.
„Ich muss für Recherchen in den Sender. Große Geschichte für 1000ps, Fotos
inklusive und von mir aus auch ein Frühstück für Sie, werte Frau Turnschuh!“
10 Minuten später erhalte ich ein Mail.
„Ricky hat gesagt, dass das in Ordnung gehe. Aber führen Sie Ihnen bitte
nicht so auf, wie man das von Ihnen gewohnt ist.“ Und dann noch das Post
Scriptum: „Außerdem darf ich Ihnen mitteilen, dass ich wegen Ihnen jetzt
Überstunden schieben darf, weil man mich zu Ihrem Aufpasser abgestempelt
hat!“
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Samstag um die Mittagszeit war ich dann im
Sender! Frau Turnschuh erwartete mich schon leicht zitternd. Ich stapfte im
Leder hinter ihr her, direkt ins Studio A, wo Hubert Kriegler schon nicht
wirklich auf mich wartete. Nach kurzer Begrüßung und der Ansage „Wir haben
noch 20 Sekunden setz die Kopfhörer auf.“, war ich recht verblüfft. Kein
„wer bist du, was frisst du“. Gleich auf Sendung. Dabei wollte ich mit ihm
als Motorrad-Tour doch nur so nebenbei über Motorrad-Touren reden. Aber doch
nicht auf Sendung. Zu spät. Das rote Licht vor mir leuchtet und Hubert
fragt mich was ich eigentlich wolle. „Ich muss was über Motorrad-Touren
schreiben und da dachte ich komme ich zu dir. Du bist Motorrad-Tour also
kennst du dich aus.“ Kurz schaut Hubert mich verwundert an, Frau Turnschuh
hat schneller verstanden und kichert. „Ich bin kein Motorrad-Tour, ich
klinge nicht einmal so, ich bin Moderator. Das schreibt man anders und
spricht man anders aus.“, konterte Hubert on Air. Der Rest des Interviews
war ein Gemetzel. Frau Turnschuh und Hubert Kriegler frotzelten mich in
aller Öffentlichkeit. Ich sah schon, gegen die Truppe von 88.6 ist kein
Kraut gewachsen. Die spielen nicht nur was sie wollen, die verarschen auch,
wen sie wollen. Schön dass ich gerade da war. Um die Niederlage keine allzu große sein zu
lassen, half nur noch eines. Hubert muss hergebrannt werden! Im Studio,
gleich jetzt. Zeit bis zum Zieleinlauf, etwa 3 Minuten: „Born 2 B wild“ vom
steppenden Wolf.

Hubert und Lord Helmchen beplaudern auf 88.6 den Unterschied zwischen
Motorrad-Touren und Moderatoren. |

Es ging gleich einmal ab ins
Studio, wo ich einmal die Welt zu erklären begann.

Hubert war ganz von den Socken! „So ein intelligenter Mann bei mir im
Studio!“ schwärmte er immer in meine Richtung. |
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Ich schwinge mich auf den Studioheizkörper
und drücke an, was das Thermostat hergibt. Hubert Kriegler rührt kein
Ohrwaschel. Ich leg den Heizkörper aufs Knie, presche durchs Studio, aber
der Hubert reagiert weiterhin nicht, sondern macht sich bereit für den
Zeitsparer-Verkehr. „Uns sind keine Verkehrsbehinderungen in Wien und
Umgebung gemeldet worden.“ Der Bursche lügt wie gedruckt, merke ich nur,
weil mein Zieleinlauf am Heizkörper wurde gewaltsam von Frau Turnschuh
gestoppt. „Gibst bitte a Ruh, Gelederter, sonst fängst da gleich ein Paar!“
Während Sonja drohend zum rechten Haken ausholt, erkenne ich: Das Rennen hab
ich verloren!
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Letzte Kurve vor der Zielgeraden! War ein heißes
Rennen!
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Aber wenn ich nicht hinsah: „Sonja,
schmeißt ihn bitte raus?“ und Sonja: „Wie soll ich denn? Den Ricky hat sein
OK gegeben...“
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Es dauert dann auch nicht lange, bis ein
Hörer bestätigt, dass der Hubert den Verkehr schönt. Behinderungen auf der
A23. Da hat jemand ein kleines Brezerl gebaut und rundum gaffen sich die
Wiener einen Stau. Listig schaute Frau Turnschuh. „Schau listig,
schaulustiger Staulustiger!“ witzelt Hubert noch schnell, bevor er die
unfrohe Kunde in die Autoradios verbreitete.
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So leicht gebe ich nicht geschlagen – ein
Rennen ist kein Rennen! Frau Turnschuh verbringt ihre Arbeitszeit nicht wie
ein Normalsterblicher auf einem Sessel, sondern sie hutscht auf einem Ball
durch den Tag. Meine Chance, dem auf einem üblichen Bürostuhl mit Rollen
sitzenden Hubert, bei nächster Gelegenheit innen zu nehmen. Ich besteig den
Ball und glühe sofort los Richtung Studio A. Blöderweise wirft mich das
Ungetüm schon am Start ab. Ich lieg am Rücken, Frau Turnschuh fletscht die
Zähne. Ja herrje, das ist jetzt nach dem Interview und dem Hatzerl am
Heizkörper bereits Niederlage Nummer 3.
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Der Ball als Renngerät war schwer zu schlagen. Mächtig viel Kraft, rennt
extrem rund. Trotzdem warf er mich gleich nach der Links-Rechts-Kombination
ab.
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Die 88.6er sind einfach eine Nummer zu
groß für mich. Doch von Aufgeben keine Spur. Ich bin 1000psler und das werde
ich demonstrieren.
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Jede Menge Hörer wollten wissen, ob die Welt gerade unterginge. Ich weiß
auch nicht warum, aber ich habe die Seelsorge natürlich gerne übernommen. |
Ich nutze eine unachtsame Sekunden und
gab eine Ballade zum Besten! |
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Ich fange mir die Sonja Turnschuh auf die
Seite und erkläre ihr die immense Bedeutung des nächsten Rennens für unsere
gemeinsame Zukunft und meinen Job als Schreiberling. Rennen Nr. 4 bestreite
ich auf einer echten Turnschuh. Vollverkleidet, getuned und mit mächtigem
Bugspitz. Während ich loslege, um den Hubert in Grund und Boden zu fahren,
verlässt der Moderator kurzerhand seinen Sessel und das Studio. Er geht eine
Zigarette rauchen und lässt mich einfach stehen. Das gibt es ja nicht!
Cooler als Zitroneneis, der Bursche! |

Endlich eine Runde durchs Studio auf einer echten Turnschuh. Erst legte
ich sie aufs Knie, dann legte sie mich übers Knie!
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Bleibt nur eines, um meine Ehre noch zu
retten: Ein Turnier am Wuzeltisch! Hubert ist einverstanden und spielt mich
in Minuten in Grund und Boden. Er schießt mir die zehn Tore schneller, als
ich Moderator sagen kann. Die Revanche? Auch die verliere ich natürlich.
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Als ich den Sender wieder verlasse bin ich
vollkommen zerstört. Draußen hat es angefangen zu schneien und ich schiebe
meine Kawasaki nach Hause.
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Eiskalt sperrte man mich dann ins Studio B. Dauerte
aber eh nicht lange, bis ich einige der zu bedienenden Knöpfe fand! |
Hubert zerwuzelt mich einem 10:0 in unter einer Minute! |
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Zu guter Letzt:
Vielen lieben Dank an die komplette 88.6 Crew. Danke an den Boss, Rick
McKenna, dass er mich in den Sender gelassen hat. Herzlichen Dank an Sonja
Tuncay. Danke, dass du die Organisation und das Fotografieren übernommen
hast. Danke Hubert Kriegler, dass du bei dem Spaß mitgemacht hast. Ihr seid
eine wahnsinnige und wahnsinnig tolle Truppe! Es macht Spaß mit so kaputten
Kerlen zu arbeiten. Seit dieser Geschichte höre ich wieder Radio! |
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www.radio886.at |
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